[ universitär ]
by zwischenbericht
@ 22.08.2007 14:27 CEST
Oh my god, ich wurde gerade zum ersten Mal gegruschelt!
Das Traurige daran: Alles, was passiert, ist, dass man eine Mail kriegt, in der ganz nüchtern steht: "XY hat dich gegruschelt."
Und ich dachte immer, es würde Violinen erklingen und die Sonne würde sich ihren Weg durch die Wolken bahnen und alles würde ganz plötzlich wieder gut...
[ universitär ]
by zwischenbericht
@ 20.08.2007 11:31 CEST
So ein Mist. Ich wollte soeben dort anknüpfen, wo ich meine Arbeit verlassen habe. Das Problem: Ich erinnere mich nicht mehr daran, wie ich argumentieren wollte... Den ganzen Morgen habe ich damit verbracht, meine Argumentation zu rekonstruieren, aber nichts will mir mehr logisch scheinen. So ein Mist.
[ universitär ]
by zwischenbericht
@ 15.06.2007 10:35 CEST
Bei gewissen Kommilitonen frage ich mich wirklich, was sie an dieser Uni zu suchen haben. Hier ein kleines Beispiel.
Mitte Semester kontaktierte mich ein Mitstudent: Er sei vom Professor am selben Tag wie ich zum Referat eingeteilt worden und wolle bei mir mitmachen. Ich - Gruppenarbeiten grundsätzlich abgeneigt - sträubte mich dagegen, fand, er solle sich doch selber ein Thema suchen. Er druckste herum, er wolle nicht zu viel Zeit investieren, und die Literatur sei doch so schwer erhältlich (nur in Zürich - oi), und bla bla bla. Nicht gerade das, was man sich unter einem engagierten Studi vorstellt.
Die Sache verlief im Sand, was er nächsten Montag machen wird, wenn ich das Referat halte, weiss ich nicht. Was mich aber aufbringt, ist folgendes: Heute schaute ich aus reiner Neugier mal nach, ob an die Literatur wirklich so schwierig (nur in Zürich!) ranzukommen sei. Und siehe da: Von vier Titeln sind drei in der ZHB Luzern ausleihbar.
Mann, ist das ein verlogenes Würstchen!
[ universitär ]
by zwischenbericht
@ 31.05.2007 09:37 CEST
Wenn der MBW mit den Worten: "Nei! Nei! S'isch füf vor Achti! Scheisse!" geweckt wird, steht fest: Die vom Zwischenbericht hat verschlafen. Nicht, dass das selten vorkommen würde, doch am Tag eines Referats sollte das nicht passieren.
So musste der Morgen also auf Fast Forward begonnen werden: Haare waschen, Zähne putzen, schnell alles in die Tasche werfen, Schlüssel, Tür, rennen, Bus, schwitzen, Uni, Treppen hoch, Luft holen, Folien ausdrucken, es klingelt, Folien kopieren, ins Zimmer stürmen, nur wenige Minuten zu spät.
Und das Referat in der zweiten Stunde.
Man nehme
die guten Vorsätze vom 10. April und vergleiche sie mit der Situation knapp einen Monat später.
- Prüfung: bestanden.
- Einkäufe: getätigt (Stereoanlage, nicht funktionierende Harddisk, Jacke, Blazer, Hose, T-Shirts, Sommerkleider...)
- Grossputz: erledigt.
- Kaffee: getrunken, in mehrfacher Begleitung.
- Ausgang: jawoll.
- Uni-Konzentration: ins schier Unermessliche gestiegen.
- Seminararbeit: nächste Frage, bitte...
- Bekannte: teilweise angerufen.
- Unibibliothek: noch immer mein Epizentrum, aber schliesslich geht das ja Hand in Hand mit mehr Unikonzentration.
- See: nicht ganz einfach bei diesem Wetter.
- Sonne: genossen, solange sie noch da war.
- MBW: :)
- Zeitung: den Inlandteil schaffe ich immer.
- Sport: vielleicht übernächste Woche.
- Theorien europäischer Integration: Geht es da nicht irgendwie um Ausländer und Migration...?
[ universitär ]
by zwischenbericht
@ 03.05.2007 16:16 CEST
Es gibt zwei Spezies, denen völlig abgeht, was man in einer Bibliothek so tut. Es sind dies Jus-Chicks (und das kann durchaus auch mal ein Mann sein) und schräge Theologen (das sind meistens Männer).
Was ich mir unter Biblio-Arbeit vorstelle: Konzentriertes Lesen oder Schreiben oder auch Internet-Surfen (durchaus auch ohne studientechnischen Inhalt). Was Jus-Chicks und schräge Theologen tun: Erstere quasseln und kichern vor dem Bildschirm, diskutieren, wo man heute Abend ausgehen soll und versuchen nicht mal, die Stimme gesenkt zu halten. Letztere telefonieren mitten in der Bibliothek (verständlich, wenn der Herr am anderen Ende der Leitung sitzt), besprechen gerne ihre nächste Religionsunterrichtslektion und haben generell etwas Mühe mit dem Einloggen (Folge: empörtes Schnauben und resigniertes Seufzen). Ein Exemplar versuchte mich sogar vom E-Mailen abzuhalten, mit der Begründung "Die können dir plötzlich Spam schicken! Das kostet dann plötzlich!" Und nachdem ich ein eigentlich eher uninteressiertes "Aha?" erwiderte, setzte er noch einen drauf, indem er hinzufügte: "Sicher, imfall. Ich habe die ganzen Nutzungsbedingungen von GMX gelesen, da stehts drin!"
Manchmal bleibt einem auch nichts erspart...
[ universitär ]
by zwischenbericht
@ 25.04.2007 12:04 CEST
B. studiert, wie man hört, im 4. Semester an der Uni Luzern und darf sich schon für den Bachelor anmelden, wo doch die Regelstudiendauer sechs Semester beträgt. C. hingegen, im 6. Semester, lässt sich für die Anmeldung lieber noch ein Halbjahr mehr Zeit. Damit dieses Semester reglementskonform ist, muss sie nun ein Gesuch einreichen.
Da läuft doch etwas schief, oder irre ich mich?
Wieso ist es möglich, dass jemand in vier Semestern 150 Credit Points erwirbt (man rechne: das sind im Schnitt fast 40 Credit Points oder zehn Seminare pro Semester!) und damit auch noch durchkommt und zum Prüfungsverfahren zugelassen wird? Wie kann man davon ausgehen, dass diese Person auch nur einen Bruchteil der Veranstaltungen, die sie besucht hat, auch nur annähernd verstanden hat?
Mag ja sein, dass die Vorstellung, dass es auch Leute geben kann, die ein Phil I.-Studium in vier Semestern hinkriegen, meinen Horizont übersteigt. Mag ja sein, dass mein Bild des Studierens veraltet ist - dass man die Inhalte nicht mehr möglichst eingehend zu lernen versucht, sondern in möglichst kurzer Zeit.
Doch jemandem einen akademischen Grad zu verleihen, der läppische zweieinhalb Jahre studiert hat, erachte ich als Armutszeugnis für eine Universität.
[ universitär ]
by zwischenbericht
@ 20.04.2007 09:42 CEST
*leerschluck*
[ universitär ]
by zwischenbericht
@ 19.04.2007 18:18 CEST
Nach dem Dunkelhaarigen könnte man eine Uhr stellen - ausnahmslos pfeift er nach der politikwissenschaftlichen Vorlesung die Melodie der Internationale.
Wer pfeift denn schon einfach so vor sich hin? Ich kann nicht anders, als dies als Kommunikation zu verstehen und frage mich darum: Was will der junge Herr damit erreichen?
Freunde machen? Politisches Bewusstsein demonstrieren? Mir die Internationale verderben? Denn bis zum Beginn des Sommersemesters 2007 hörte ich diese Hymne ganz gern. Der Dunkelhaarige hat sie mir vermiest.
Ich mag das nicht: Einstellungen zur Schau stellen, und dann noch so unsubtil, so plump, so posermässig.
Besorg dir einen Blog, Junge, das ist das beste Forum der Selbstdarstellung!
...an denen das Schlafmanko die Welt weich zeichnet und mich weich macht, an denen die Mail eines Freundes, unvermittelt auftauchende Erinnerungen, der Gedanke an den Fall der Mauer mich melancholisch macht. Einer jener Tage, an denen der Kater keiner ist, da man die SozSemParty mit Apfelschorle und Eintrittskontrolle verbracht hat, doch das bittersüsse Gefühl von Hangover hängt trotzdem über mir.
Was ich möchte: mein Buch, Zwetschgenwähe und ein besonntes Plätzchen. Was ich kriege: den Stapel Papier, der vor mir liegt und eindringlich bittet: Lern mich.