soziales Leben auf Eis
Ich bin total unsozial geworden seit ich zu arbeiten begonnen habe. Meine Freizeit besteht aus:
- kochen und essen
- schlafen
- auf dem Sofa Olympia schauen
- Musik hören und darüber bloggen (aber auch das nur rudimentär)
- Bewerbungen schreiben
Was ich kaum mache und wenn doch, als total anstrengend empfinde:
- ausgehen. Das höchste der Gefühle, was Ausgang betrifft, war dieses Wochenende der FCB-Match. Allerdings landeten wir über kurz oder lang auch wieder mit Freunden zuhause, wo ich schon vor Mitternacht (!) in den Klamotten (!) einschlief, und zwar ohne mich von den Gästen zu verabschieden (?!).
- in die Stadt gehen. Stressige Massen von fremden Menschen krieg ich beim Pendeln schon zur Genüge ab. Und jetzt, wo Fasnacht ist, sowieso nicht.
- abmachen. Ich sitze dann da und suche verkrampft nach Gesprächsthemen, zu denen ich etwas anderes sagen kann als "Schisst mi a." Der Job? Im besten Fall ein Beschäftigungsprogramm, um die Zeit zu überbrücken, bis mir mal endlich jemand eine Chance gibt. Im schlimmsten Fall putze ich das Büro. (War ein Notfall. Niemals wieder.) Das Frühaufstehen? War zu Studienzeiten lustig, aber da war der Zeitdruck (Zug erwischen) auch noch geringer. Das Pendeln? Zermürbend. Der Winter? Soll aufhören. Das Bewerben? Mir gehen so langsam Motivation und Ideen aus. Und seit eine Bewerbung aufgrund meines Schreibstils abgelehnt wurde, bin ich sowieso in der Sinnkrise. Der Umzug nach Basel? Hat ungeahnte bürokratische Implikationen, ich fange besser gar nicht davon an. Kurz: Es gibt momentan kaum etwas, das aus mir eine besonders unterhaltsame Gesprächspartnerin macht.
Daher igle ich mich momentan lieber ein bisschen ein, und zum Glück gibt es ja trotzdem noch ein, zwei Personen, die mich zwischendurch mal anrufen und zu sozialen Aktivitäten anstiften.