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I love this town

ach basel. du bist nicht nur gut zu mir. aber die letzten drei tage gereichen mir zu einer einzigen grossen liebeserklärung. und vielleicht sind es die tageszeit, die bedrogtheit, die sonnenbedingten endorphine, die mich so verliebt in dich machen.

but i love this town.

du hast die dreirosenbrücke, auf der ich grad sitze. ich fahr hier täglich drüber, sehe täglich über den rhein hier, bin mir den anblick der novartisbaustelle, des hafens, der stadt von norden her gewöhnt. und doch schlägt mein herz jedes mal etwas höher, wenn ich diese brücke überquere. da ist so viel himmel, und dieser in immer anderen farben. um die brücke herum spielt sich ein grossteil meines lebens ab, jetzt mit der neuen wohnung umso mehr. hier sind der rhein, die buvette, das st johann, mein arbeitsweg.

basel, kein wunder, bin ich so glücklich mit dir, denn du hast dieses wetter, diese unermüdliche sonne, und die wärme. manchmal reicht das schon, um zufrieden zu sein. und wenn dann alle hinausströmen, an den rhein, in die parks, auf die strassen – wie kann man da trauern?

und weisst du selbst, basel, wie schön deine abendstimmung ist? wenn das licht langsam kippt, vom gleissenden nachmittagslicht in dieses schmeichelhafte glühen? geh mal in den hafen und schau zu, wie die sonne hinter frankreich untergeht. und dann schau dir die gesichter an.

und ja, basel, du hast auch deine bewohner. sie sind ein bisschen schwer zu nehmen, mit ihrem rauen humor, ihrem manchmal schwer verständlichen mikrolokalpatriotismus und anderen eigenheiten. aber sie schauen dir in die augen, wenn du sie ansiehst. und wenn du es am wenigsten erwartest, weil du nämlich müde bist, augenringe bis zum kinn hast, behelmt, leicht erhitzt mit dem velo durchs quartier rollst und dich eigentlich am liebsten irgendwo hinlegen möchtest, kommen gesten wie diese: ein entspannter herr fährt mit dem velo auf gleicher höhe wie du, lächelt dich breit an und fragt: „darf ich mit dir fahren?“

wie soll ich sie nicht lieben, die basler?

am freitagabend kehrte ich heim zu dir, nach einer langen auswärtigen woche. abendliche stosszeit, viele menschen unterwegs, alle mit dem langen wochenende vor sich. ich stand da, im gewusel am badischen bahnhof, übernächtigt, verkatert, verschwitzt, aufgebraucht von der arbeit. und du hast einfach deine arme ausgebreitet und mich empfangen.

und seither liege ich in deinen armen, basel, drei intensive tage lang. wir haben uns betrunken, haben getanzt, geküsst, geredet. haben bis spät in den nachmittag geschlafen, uns die sonne auf die weissen bäuche scheinen lassen, und schon wieder bier getrunken. und sogar als ich einen abstecher nach luzern machte – denn alte lieben rosten nicht – hast du mich nicht losgelassen. dabei muss ich gestehen: luzern hat sich reichlich bemüht, mich zu bezirzen mit seiner fröhlichen outdoor-kultur am bahnhofstor und am see, mit einer hervorragenden party, der richtigen dosis bedrogtheit. ich weiss, wie schön ich es dort sieben jahre lang gehabt habe. aber als ich morgens um fünf aus der bar trat und in den beginnenden tag blinzelte, wollte ich nur eins: zurück zu dir.

zurück in deine lebendigen strassen, wo sich kebabstände an brockis an trashige coiffeurläden an hipstercafés an kitas reihen, wo die tramschienen mich schon lange nicht mehr stressen. zurück in deine altstadtgassen, die ich einst so langweilig fand. zurück an die rheinpromenade, zurück ins glai- und ins grossbasel, auch zurück in meine eigene wohnung.

zurück zu dir, basel. schön, dass du da bist.

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