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Ruhe(abteil) in Frieden

Mein Verhältnis zum Ruheabteil war immer gespalten. Einerseits schätzte ich als Pendlerin die Möglichkeit, unterwegs in Ruhe zu arbeiten, andererseits war die Frustrationsanfälligkeit in diesen Wagen schon immer hoch. Es gibt erstaunlich viele Leute, die ein einfaches Schild, das einen Finger vor einem Mund zeigt, nicht zu deuten wissen.

Und so ärgerte ich mich beinahe jedes Mal, wenn ich in so einem Abteil reiste. Ich ärgerte mich über ignorante plaudernde Mitreisende. Ich ärgerte mich über Zugbegleiter, die nichts dagegen unternahmen. Ich ärgerte mich über Leute, die ich meist höflich, aber eben auch meist vergebens gebeten hatte, entweder das Abteil zu wechseln oder ihr Geschwätz einzustellen. Ich ärgerte mich darüber, dass ich mich ärgerte.

Irgendwann war meine Pendlerzeit vorbei und die Spezialabteile für mich nicht mehr vonnöten. Zugreisen wurde wieder zum Vergnügen. Zwar hatte mich das Pendeln an und für sich nie gestört, bloss der Stress mit den Ruheabteilen, den fand ich mühsam. Aber letztes Jahr zum Fahrplanwechsel wurden die Ruhezonen auch auf der Strecke Luzern-Basel eingeführt. Und prompt passierte der Faux-Pas: Ich setzte mich aus reisestrategischen Gründen in den Ruhewagen, der bis auf eine - lautstark diskutierende - Reisegruppe leer war, und setzte meine Kopfhörer auf. Leise wie immer hörte ich Musik, gestört hätte ich bei den Hintergrundgeräuschen auch eine neben mir sitzende Person nicht. Aber wie das Schicksal so spielt, stieg die Gruppe in Olten aus, ich dachte nicht daran, den Player auszumachen und kassierte einen Rüffel von der Zugbegleiterin. Nie wieder Ruheabteil, schwor ich mir da und ich hielt mich daran.

Nun werden die Ruheabteile also abgeschafft. Angeblich, weil die Kondukteure und -tricen sich nicht ständig mit den Beschwerden der Reisenden herumschlagen wollen. Ich möchte auch nicht, ganz ehrlich, und abgesehen von diesem einen Mal habe ich auch nie jemanden im SBB-Outfit gesehen, der sich um die Implementierung des Ruhegebots gekümmert hätte. 

Aber ich erinnere mich, dass es manchmal, ganz selten, diese wunderbaren 50 Minuten zwischen Zürich und Luzern gab, wo kein Handy piepte, keine Trivialia ausgetauscht wurden und keine Mz-Mz-Mz-Geräusche aus fremden Kopfhörern mir entgegenrumpelten. Göttliche 50 Minuten, in denen ich las und langsam vom Arbeitsstress herunter- und erholt in meiner Stadt ankam.

Diese himmlische Ruhe wird es ohne Ruheabteile wohl nie mehr geben.

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Gender-Bender

Seit mich die Prostituierten vor meiner Haustür für einen Freier halten, habe ich den drängenden Wunsch, mal wieder einen Rock anzuziehen.

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I don't know who I am most of the time

„People are always talking about freedom. Freedom to live in a certain way... Of course the more you live in a certain way, the less it feels like freedom. Me, I can change during the course of a day: I wake and I'm one person, and when I go to sleep I know for certain I'm somebody else. I don't know who I am most of the time. It's like you got yesterday and today and tomorrow all in the same room. There's no telling what can happen."

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they're political songs

"What I'm talking about is traditional music. Which is to say it's mathematical music, it's based on hexagons. But all these songs about... you know... roses, growing out of peoples' brains. Lovers who are really geese. Swans turning into angels I mean - they're not gonna die. They're not folk music songs. They're political songs! They're already dead. But traditional music, it's just too unreal to die. It doesn't need to be protected. And like everything else in great demand people try to own it. That has to do with like - it's a purity thing. I think its meaninglessness is holy. Everybody knows I'm not a folk singer."

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and then I wrote it

"Me I was in a ditch, up a cliff, out of step, ready to quit. I nearly killed myself with pity and despair. And then I wrote it. It was like swimming in lava. Skipping. Kicking. Catching a nail with your foot. Seeing your victim hang from the tree."

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and it's I and I'm ready

"And the cats cross the roof, mad in love. Screaming into drainpipes. And it's I and I'm ready. Ready to listen. Never tired, never sad, never guilty."

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Freudscher Verhörer

Dieses Lied werde ich nie wieder unvoreingenommen geniessen können, seit ich anstelle von "con gli occhi neri" die Worte "coglioni neri" verstanden habe.

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Gratis-Tipp

Die 536 Gramm schwere Birne mag lecker aussehen, und auch so schmecken, aber glaubt mir: Ihr wollt nicht wissen, was so ein Riesending mit eurer Verdauung anstellt.


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schlagfertig

Eine Angestellte der Uni morgens um sieben auf dem Korridor: "Sie sind aber früh dran!"
Ich, sehr schlagfertig: "Sie aber auch."

Ja was.

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fertig für diese Woche

Mittwoch, 11:15 Uhr, Wochenziel erreicht.

[Der erhöhte Druck, weil ich ab morgen nicht mehr in der schlecht isolierten Bibliothek frierend zähe Theorietexte, sondern eingekuschelt vor dem Kaminfeuer den neuen Nick Hornby lesen werde, hat bestimmt auch zu meiner besonders ausgeprägten Produktivität beigetragen.]

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