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linguistische Erwägungen

Ich war heute einen ganzen Tag in Genf und kam mir leicht behindert vor. Diese Sprache, diese Sprache... Ich frage mich ernsthaft, wo die sechs Jahre Franz-Unterricht geblieben sind. Sedimente davon sind noch zu finden, aber wirklich nur sehr rudimentäre...

Als ich heimkam, war ein E-Mail im Posteingang. Auf Italienisch. Zack, gelesen, zack, verstanden, zack, locker-flockig zurückgeschrieben. Und das, obwohl ich mich den ganzen Tag mit einer anderen Sprache abgemüht hatte. Mit elf hatte ich erstmals Italienisch in der Schule gehabt, nur vier Jahre lang lernte ich das und ich fühle mich dort ebenso sicher und wohl wie im Englischen, auch wenn mir einiges an Vokabular fehlt.

Französisch zu sprechen hingegen fühlt sich an, wie wenn ich in einem kleinen Kanu gegen den Rheinfall paddeln müsste.
Comments (13)  Permalink

comments

zett @ 29.11.2007 12:17 CEST
vielleicht liegt es daran, dass dein Papa Italienischlehrer ist(ist der doch, oder?) und dass ihr ein Feriendomizil im Tessin habt.
die vom zwischenbericht @ 29.11.2007 12:23 CEST
zuhause ist mein vater immer noch primär eine privatperson und nicht italienischlehrer. ausserdem unterrichtet er noch viele andere disziplinen, z.b. mathe. und wir beide wissen, dass das mir nicht besonders leicht fiel damals. diese korrelation würde ich also eher verneinen.
aber ja: das feriendomizil mag das seinige dazu beitgetragen haben, dass mir italienisch liegt.
trotzdem: sechs jahre franzunterricht und eine so bescheidene performance...
Pri @ 29.11.2007 12:54 CEST
Ich dachte, im Tessin wird vorwiegend Züritüütsch gesprochen?!
Luca Tratschin @ 29.11.2007 13:43 CEST
Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor ;-) Nach fast drei Monaten hier in France geht es zwar einiges besser als am Anfang, aber es ist schon erstaunlich, wieviele Stolpersteine die französische Grammatik einem in den Weg legt.
Anna @ 29.11.2007 22:54 CEST
Lügg, schreibst du deinen ganzen namen hier rein damit später potentielle arbeitgeber, die dich googlen werden, nachlesen können, dass dein franz bereits nach drei monaten à Paris beachtenswerte fortschritte gemacht hatte??
littauoslo @ 30.11.2007 11:21 CEST
lustig hier!
ich sollte ja hier in norge mit den Kindern auch französisch sprechen, was mehr oder weniger klappt, da der Wortschatz bei drei bis fünfjährigen doch eher beschränkt ist (à la "arrète!", "tu as pas le droit de faire ça et ça", "il faut aller bzw. on y va, on y va", "venez les enfants" und "tu veux quoi pour déjeuner?"). das wärs so in etwa, aber das Vokabular aus der Gemüselektion fehlt mir hier auch sehr, alle diese Kästchen-Wörter, die man nur passiv zu lernen brauchte, Zucchetti und jegliche Kohlsorten, choux-blablabla usw. ach, und wir haben so gebüffelt damals... für nüt und weder nüt!
Tarabas @ 01.12.2007 18:21 CEST
Immerhin, sei nata a Locarno! Und dein erstes Lebensjahr hast du auch schreiend und sabbernd in Camanoglio verbracht. Dein erstes Wort war "Schtääge", motiviert durch die imposante Treppe beim Rustico von Piera. Zu deiner Taufe wurde dir im hiesigen Oratorio der Heilige Geist appliziert. Bei all diesen Gelegenheiten und andern mehr wurde dir so viel Italianità eingehaucht, dass eine solide Basis für schnelle Aneignung der Sprache gelegt wurde.
die vom zwischenbericht @ 02.12.2007 13:49 CEST
das mit der italianità hat offenbar besser geklappt als das mit dem heiligen geist... :)
zett @ 03.12.2007 10:52 CEST
vielleicht ist es ja die Kombination des Berufes von deinem Papi und dem Feriendomizil. wahrscheinlich hörte die junge vom Zwischenbericht einst in den Ferien im Tessin die Einheimischen reden, fand das interessant und fragte dann den Papi, Papi was reden die denn da, und da dein Papi italienischlehrer ist, konnte er dir gleich fachmännische Auskunft geben und hat so zu deinem guten Italienisch beigetragen.

Man ist nie nur Privatperson oder Berufsperson.

das mit Mathe zählt nicht. studien zufolge sind Frauen in Mathe unbegabter als Männer (dann bin ich gemäss Studien also eine Frau und Nuria ein Mann). Studien eben. eine neue Studie belegt, dass Studien wenig aussagekräftig sind :-)
Pri @ 03.12.2007 13:09 CEST
@ zett: Diese neue Studie gefällt mir. Meiner Meinung nach sind Studien das letzte! Es kommt sowieso immer das heraus, was der Verfasser oder Auftraggeber gerne möchte und sie dienen lediglich der Manipulation!
zett @ 04.12.2007 13:57 CEST
vielleicht gibt es auch schon wieder neue Studien, die belegen, dass Studien die belegen, dass Studien eigentlich gar nichts belegen, nichts belegen.
die vom zwischenbericht @ 04.12.2007 14:03 CEST
@pri: wir sind so weit hinten im tal, da verirrt sich kaum einmal ein zürcher hin. aber in ascona? durchaus.
@herr tratschin: wie schön, dass es nicht nur mir so geht!
@anna: sich selber online geschickt ins rampenlicht rücken, ist auch eine kunst.
@littauoslo: das klingt nach einem sprachlichen riesendurcheinander - norwegisch, französisch - bringst du da nicht ständig alles durcheinander? oder die kinder?
@zett: es wird wohl schon einen zusammenhang geben, da hast du recht. und zu den studien bleibt nur zu sagen: traue keiner studie, die du nicht selber manipuliert hast!
Pri @ 04.12.2007 17:05 CEST
@zett: Und schon kommt keiner mehr draus, was Sinn und Zweck jeder Studie ist!

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