Ich war heute einen ganzen Tag in Genf und kam mir leicht behindert vor. Diese Sprache, diese Sprache... Ich frage mich ernsthaft, wo die sechs Jahre Franz-Unterricht geblieben sind. Sedimente davon sind noch zu finden, aber wirklich nur sehr rudimentäre...
Als ich heimkam, war ein E-Mail im Posteingang. Auf Italienisch. Zack, gelesen, zack, verstanden, zack, locker-flockig zurückgeschrieben. Und das, obwohl ich mich den ganzen Tag mit einer anderen Sprache abgemüht hatte. Mit elf hatte ich erstmals Italienisch in der Schule gehabt, nur vier Jahre lang lernte ich das und ich fühle mich dort ebenso sicher und wohl wie im Englischen, auch wenn mir einiges an Vokabular fehlt.
Französisch zu sprechen hingegen fühlt sich an, wie wenn ich in einem kleinen Kanu gegen den Rheinfall paddeln müsste.
Gut einen Monat nach den Wahlen nun doch noch etwas Befriedigung.
Toni Brunner, der St. Galler, der im ersten Durchgang noch am meisten Stimmen geholt hatte und sich sehr siegessicher gezeigt hatte, wird im zweiten Wahlgang nur noch Dritter. Nicht im Ständerat.
Ueli Maurer, der SVP-Präsident, der es trotz der penetranten Wahlempfehlungen des SVP-Juniorpartners FDP nicht schaffte, genügend Wählerinnen und Wähler zu überzeugen, zieht in Zürich den Kürzeren gegen Verena Diener. Nicht im Ständerat.
Und Ulrich Schlüer, gestandener Antimuslim und Hetzpropagandist: Nicht im Nationalrat.
Der MBW, der bei seinem Architekturdiplom gerade in den letzten Zügen liegt, erzählt mir über seinen Abschluss: "Und jetzt komme ich in die letzte Fassade, äh, in die letzte Phase des Projekts."
Na, wenn der nicht ein hingebungsvoller Architekt wird, dann weiss ich auch nicht.
Go, MBW, go!
[ Kolumnen ]
by zwischenbericht
@ 23.11.2007 16:56 CEST
Man hörte sie schon von Weitem, die Sirene eines Krankenwagens, welche vom nahem Spital her kommend nicht selten an der Uni vorbeifahren. Die Ampel am Fussgängerstreifen würde nächstens auf grün schalten und ich ahnte, dass das Gehör der am Stock gehenden Oma, die neben mir auf das Zeichen zum Überqueren der Strasse wartete, die Sirene vielleicht ausblenden könnte. Diese wurde mittlerweile zwar stetig lauter, doch als die Lichter auf orange wechselten, machte ich mich trotzdem bereit. Es ist ja nicht der Sinn der Krankenwagen bei ihren Rettungsversuchen alte Damen umzufahren. Nun sah man schon das Blaulicht heranblinken, und während das Ampelmenschlein grün wurde, setzte die Oma zum Gehen an.
Ein Sprung, ein "Vorsicht!", ein verwirrter Blick aus achtzigjährigen Augen. "Danke!", flüsterte die Dame und ich war froh, hatte ich aufgepasst.
So was Schräges hab ich echt noch selten gesehen: Ein junger Herr fährt Einrad auf einer relativ stark befahrenen Strasse und isst gleichzeitig einen Kebab...
Damit ich heute Morgen möglichst effizient sein würde, habe ich mir meine Müeslischüssel bereits gestern Abend bereit gestellt. Daneben Löffel, Müesli und Frucht - eindeutig, wozu diese Komposition dienen sollte, oder? Nicht für meine Mitbewohnerin: Als ich in die Küche kam, stand diese Müeslischüssel gebraucht und unabgewaschen im Trog.
Nicht das erste Mal, dass ich ihr Verhalten nicht begreife. Sie dachte auch, ich würde nicht merken, dass sie im Zimmer raucht. Abgemacht hatten wir ja, dass wir in der Wohnung normalerweise nicht rauchen. Und als sie mehr als einen Monat bei mir gewohnt hatte, stöhnte sie: "Endlich haben wir wieder Waschtag." (Wir haben nur alle vier Wochen Waschtag.) Ich entgegnete: "Aber ich hatte dir doch gesagt, du könnest die Nachbarn fragen, ob du an ihren Tagen waschen darfs..." Sie: "Ich habe mich nicht getraut..." (Sie ist 24, nicht 14.)
Bevor sie die Wohnung verlassen hatte, hatte ich ihr heute Morgen noch einen schönen Tag gewünscht. Als ich zur Tür rauswollte, fand ich diese abgeschlossen.
Ich frage mich manchmal echt, was in dieser Frau vorgeht.
Ich sollte es doch wissen: Eine ganze Tüte getrockneter Aprikosen zum Dessert zu essen ist...falsch.
Dass ich nun
endlich einen Velohelm gekauft habe, hätte sich heute Morgen bereits drei Mal als lebensrettend erweisen können. Innert zehn Sekunden rannte mir nämlich beinahe ein Jugendlicher vors Fahrrad, wurde ich fast von einem Lieferwagen gerammt und um ein Haar hätte mir schliesslich auch noch ein unaufmerksamer Autolenker den Vortritt abgeschnitten. Und ich war natürlich immer im Recht. (Hier keinen ironischen Unterton vorstellen.) Mein Tempo war aufgrund einsetzenden Eisregens sehr hoch und im Falle eines Aufpralls wäre das Bremsen wohl eher als Tropfen auf den heissen Stein zu betrachten gewesen. Gut also, dass jetzt wieder so ein Ei auf meinem Schädel sitzt.