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#11

Ein ernüchternder Nachmittag. Obwohl ich gleich doppelt zu den Wahlsiegern zähle: einen Kandidaten von der CVP habe ich freiwillig gewählt (war das Beste, was in meinem Kanton zur Verfügung stand) und für die Grünen schlägt mein Herz schon auch. Aber dass die SP so verliert, während die SVP derart massiv zulegt, ist bitter zu sehen, wenn auch nicht wirklich überraschend.

Über die Rechten werde ich mich die nächsten vier Jahre noch genug aufregen. Und es war ja nicht nur schlimm gestern. Deshalb freue ich mich doch lieber über den ersten grünen Ständerat, Monsieur Cramer, über den ersten dunkelhäutigen Nationalrat, Herrn Lumengo, über den jungen grünen Nationalrat aus Zürich, dessen Karriere ich schon seit Jahren mitverfolge, Herrn Girod, darüber, dass die SVP zwei neue Frauen im Nationalrat hat, Frau Rickli und Frau Estermann, über den neuen linken Baselbieter Ständerat, Herrn Janiak und darüber, dass auch Bernhard Hess von den Schweizer Demokraten nicht mehr mitmischen darf.

Und wäre es jetzt nicht langsam mal Zeit für eine grüne Bundesrätin? (Die Grünen würden wohl keinen Mann aufstellen.) Natürlich nicht von der SP abgezwackt, die ja noch immer mit Abstand die zweitstärkste Partei ist, sondern von der FDP, die jetzt wirklich keine zwei Sitze mehr verteidigen kann. Ich wüsste jedenfalls keine Argumente. Doch Ruth Genner hielt sich gestern vornehm zurück mit Forderungen, das ist eben guter Stil, wie er in der heutigen Politlandschaft der Schweiz leider nicht mehr oft vorzufinden ist.

Comments (8)  Permalink

comments

zett @ 22.10.2007 14:34 CEST
wie ist das jetzt mit der Zurückhaltung? gerade gelesen: "für die Grünen hat die SVP keinen Platz im Bundesrat". Eine Regierung ohne die Wählerstärkste Partei wäre aber doch irgendwie abwegig.
die vom zwischenbericht @ 22.10.2007 17:02 CEST
@zett: ja wäre es. wo hastn das gelesen? ruth genner sagte gestern, dass ein grüner bundesrat nur dann sinn mache, wenn ein konsens auch bei ökologischen themen gefunden werden könne und das sei mit blocher nicht möglich. keine forderungen von seiten der grünen. und eine regierung mit einer nicht mehr aktuellen zauberformel ist auch abwegig. die grünen verfügen zusammen mit den grünliberalen immerhin über 12%,wenn ich mich recht erinnere.
zett @ 22.10.2007 17:36 CEST
gelesen auf bluewin.ch. ja gestern, gestern. gestern hab ich auch gesagt, dass ich heute 2 Kapitel OR BT zusammenfasse (bin noch nich mal mit einem fertig);-)
kann man Grüne und Grünlieberale einfach so zusammenzählen?
die vom zwischenbericht @ 22.10.2007 20:46 CEST
ich denke, man kann das als beleg dafür sehen, dass das volk vermehrt grüne anliegen vertreten sehen will.
8ght? @ 22.10.2007 21:07 CEST
grün und grünliberal sind zwei verschiedene paar schuhe, obwohl vielleicht beides sandalen sind, siehts als paar scheisse aus :)
die vom zwischenbericht @ 22.10.2007 21:18 CEST
hihi, sandalen, ein netter vergleich! natürlich: es sind 2 parteien. aber die tendenz ist ja wohl klar, oder? die schweiz will eine ökologischere politik!
zett @ 23.10.2007 09:23 CEST
hast du gestern die Urner Zeitung gesehen? Ich musste wegen der Titelseite fast laut lachen. "Urner setzen auf Bewährtes" als ob wir eine Wahl gehabt hätten. ich bin deshalb nich "wählen" gegangen (es war auch sowieso zu kalt um am Sonntagmorgen nach draussen zu gehen).

13% von etwas mehr als 50% der Schweizer haben grün oder grünliberal gewählt, ob das jetzt wirklich heisst, dass die Schweiz eine ökologischere Politik will:-) doch, doch ich gebs ja zu die Tendenz ist da. aber was bedeuten dann die vielen SVP stimmen?
Tanzender Anarchist @ 25.10.2007 12:29 CEST
Der SP heul' ich keine Träne nach. Man muss sich gar nicht lange mit historischen Betrachtungen aufhalten (Ebert und Noske, Erster Weltkrieg, Mord an Luxemburg und Liebknecht...) um zu sehen, dass mit der Sozialdemokratie was faul ist. Unter folgendem Link faselt eine Exponentin der Partei etwas davon, dass es zur Aufgabe der SP gehöre, sich mit Sauberkeit (!), Sicherheit (!!) und den Schulen auseinanderzusetzen.
http://www.jfehr.ch/2007/10/23/in-den-stadten-muss-beginnen-…/
Das Ganze kann man dann zum Beispiel noch mit Galladés Jugendknästen garnieren. Es geht ja nur darum Stimmen zu gewinnen. Und wenn die wahlberechtigte Bevölkerung auf den Mist der SVP abfährt, muss die SP halt auch solchen Mist bringen.
Beruhigend, dass 51.1 % der potenziellen Wählerinnen und Wähler bei dem populistischen Zirkus gar nicht erst mitgemacht haben.

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