wild hair day today
Pete im Briefkasten
what else?
Kaum etwas läge mir ferner, der aufmerksame Zwischenbericht-Leser wird es schon bemerkt haben, als die SVP. Trotzdem muss ich unweigerlich lachen ob der Selbstironie von Felix Müri, der in George-Clooney-Manier Wahlkampf betreibt. Aber seht selbst:

Al-Qaida-Methoden, oder: Die beunruhigende Geschichte des Hotelgasts Frau H.
Kurz darauf begleitete ich Frau H. in eben dieses: Zimmer 20 liegt im obersten Stock und so half ich dem Gast mit ihrem Gepäck. Plötzlich blieb sie zurück - ausser Atem? Mitnichten. Frau H. holte schnell wieder auf und befand, während sie mir eine Holzmaske entgegenstreckte: "Das muss weg." Mein Gesicht muss wohl ein einziges Fragezeichen gewesen sein. "Es gibt Leute, die Humbug damit treiben." Ich nahm die Maske und versteckte sie.
Seltsame Vorkommnisse reihten sich an diesem Nachmittag aneinander. Frau H., die einen Tee bestellte, zwei Schlucke nippte, dann davon lief. Frau H., die durchs Dorf streifte. Frau H., die einem nie in die Augen sah.
Kurz nach Beginn der Abendschicht kam Frau H. ins Restaurant und wandte sich mit gesenktem Blick an den Chef, senkte auch ihre Stimme und flüsterte ihm zu: "Ich muss mit der Polizei sprechen." Er, vorbildlicher Gastgeber, holte das Telefonbuch heraus und suchte die entsprechende Nummer, während Frau H. sich schon wieder abwandte: "Ich muss schnell ins Zimmer..." Als die Verbindung zum Polizeiposten zustande kam, musste die Dame also zuerst noch aus ihrer Kammer geholt werden. Und dann folgte endlich der Dialog, welchen das gesamte Personal mit gespielter Unbeteiligtheit, aber gespitzen Ohren mitverfolgte.
"Grüezi, hier spricht Frau H. Ich habe Kenntnis davon, dass heute Nacht eine Morphium-Übergabe stattfindet. Die arbeiten mit Al-Qaida-Methoden, einer Verbindung aus Drogen und psychischer Beeinflussung. Ich muss hier weg, ich fühle mich nicht mehr sicher."
Eine Mischung aus Grauen und Gelächter blieb in meinem Hals stecken. Die Bemerkung bezüglich der Maske machte plötzlich Sinn: Eine perfekte Möglichkeit, um einem verwirrten Menschen noch mehr Angst einzujagen.
Frau H. bezahlte ihr Nachtessen und das Hotelzimmer mit der Bemerkung "Vielleicht komme ich ja heute Nacht schon wieder hier zurück". Noch selten habe ich eine Aussage mehr bezweifelt als diese. Als sie das Restaurant verliess, rief sie über ihre Schulter "Nehmen Sie keine Drogen!".
Wir mutmassten später noch darüber, was nun wohl mit Frau H. geschehen würde, ob sie irgendwo ab- oder eingeliefert würde, ob sie nach Hause gefahren oder einfach die Nacht bei der Polizei verbringen würde.
Am nächsten Morgen stand sie jedenfalls schon wieder auf der Matte, trank einen Cappuccino, ass ein Croissant, entschuldigte sich bei mir für das "Cabaret", das ihretwegen entstanden sei und gab ein grosszügiges Trinkgeld.
Und ich weiss nicht, was ich beunruhigender fände: Dass eine Frau, die offensichtlich sehr durcheinander ist, schon 12 Stunden später wieder unbeausichtigt auf freiem Fuss ist oder dass die Frau vielleicht gar nicht so verwirrt war, wie wir annahmen...
Begegnung im Sperrgebiet
Ganz so anrüchig, wie das klingt, ist die Geschichte
Gegen Mittag wird der WG-Balkon endlich von der Sonne beschienen. Dies wollte ich auskosten und meinen Roman draussen auslesen. Der Weg zum Balkon führt allerdings durchs Zimmer meiner Mitbewohnerin, ein Faktum, dem ich heute keine grosse Bedeutung zumass, denn sie hatte das Haus schon früh verlassen. Die Tür war geschlossen und man kann sich denken was jetzt kommt: Ich klopfte gewohnheitsmässig und als keine Reaktion erfolgte, betrat ich den Raum. Notabene trug ich dabei nur ein Schlaftischört und meine schlabbrige Pyjamahose, die bei ungünstigem Winkel einen Teil meiner unteren Rückseite ungewollt enthüllt. In diesem Aufzug schlenderte ich also durchs Zimmer, riss die Vorhänge auf, sah, dass der Sonnenstand noch nicht meinen Wünschen entsprach, drehte mich um und sah: den frisch erwachten Freund im Bett.
Die policy, dass das Zimmer von Mitbewohnern eigentlich Sperrgebiet sein sollte, hätte sich also einmal mehr bewährt...
Schatten
Update
Die letztwöchige Grippe, von der nur noch ein sporadisches Hüsteln übrig geblieben ist, ging nahtlos ins neue Semester über und abgesehen davon, dass ich eigentlich immer noch dasselbe mache, wie während der Semesterferien, nämlich in der Bibliothek sitzen und lesen, besuche ich zwischendurch auch noch die eine oder andere Veranstaltung. Praktischerweise, aber auch unabsichtlich, alle nachmittags. Und wenn ich nicht gerade mal wieder eine meiner schlaflosen Nächte verbringe, so wie letzte Nacht wieder, dann bin ich eigentlich ziemlich munter.
Aber viel passieren tut eigentlich nicht.
Daddy Z
Der erste Zwischenbericht-Leser wird Papa!
Noch vor wenigen Jahren torkelten wir auf der Suche nach unserem Hotel gemeinsam durch Barcelonas Strassen (Highlight: so tun als könne man Spanisch, vermeintlich Einheimische zum Spass in diesem Pseudoidiom nach "Aschisch? Mariuana?" fragen, merken, dass man mit Bündnern spricht und sie anschliessend als "Murmelifigger" bezeichnen), veranstalteten regelmässig ausufernde DVD-Nächte mit Pringles und Bier (Highlight: alle vier bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Star Wars Folgen in einer Nacht) und hielten uns mit mehr oder weniger lustigen Wortspielen gegenseitig vom Unterricht ab (Highlight: ein mehrere Wochen dauernder Contest, wer die lustigeren Namen erfinden kann, Sieger: die Gebrüder Mente - Ali und Argu).
Tempi passati, was Neues beginnt. Die vom Zwischenbericht gratuliert und freut sich mit!