Post-It I
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Das ist natürlich auch eine Methode, um beim Tagi-Chat möglichst gut wegzukommen: Man lässt sich einfach möglichst viele (wohlvorbereitete) Fragen vom Vizepräsidenten und von der Präsidentin einer befreundeten Organisation stellen.
Manchmal denke ich, ich sollte mir ein Hobby zulegen.
Denn wenn ich gefragt werde: "Was machst du eigentlich in deiner Freizeit?", komme ich regelmässig in ein Dilemma: Entweder laufe ich Gefahr langweilig zu wirken, da meine liebsten Ausgleichsbeschäftigungen Bücher und Zeitung lesen, Killersudokus und Weltwochekreuzworträtsel lösen, bloggen und Musik hören sind. Was tatsächlich nicht besonders prickelnd klingt, aber wohl das einzige ist, das der wikipediaschen Definition von Hobby entspricht:
"Tätigkeit, der man sich nicht aus Notwendigkeit, sondern freiwillig und aus Interesse, Faszination oder sogar Leidenschaft unterzieht. Die Tätigkeit bringt unmittelbar Vergnügen, Spaß oder Lustgewinn mit sich."
Oder aber ich erzähle von meinen Engagements. Diese werfen wohl ein besseres Licht auf mich, doch: politische Arbeit stresst, Deadlines für Artikel stressen, Schreibstau stresst - der Lustgewinn ist nicht unmittelbar und im Falle der Politik, die ich betreibe, bleibt der Erfolg leider nur allzu oft aus. (Letzte Erfolgserlebnisse waren die Avanti-Abstimmung und ein persönlicher Brief von Moritz Leuenberger.) Auch diese Tätigkeiten gehören also nicht unbedingt in die Kategorie Hobby.
Bloss: Was gäbe es zu tun?
Was mir einfällt, ist mit Hindernissen verbunden. Klettern ist aufwändig, braucht Material, eine Wand, einen Partner. So etwas wie ein Diskussionszirkel müsste frisch aufgezogen werden und dazu fehlt mir momentan die Energie. In der Schweiz herumfahren und Ausstellungen besuchen, ermüdet mit der Zeit auch. Leidenschaftlich gern würde ich mein Französisch, mein Italienisch, mein Spanisch vertiefen, und Schwedisch oder Russisch neu lernen - warum nur sind Sprachkurse so teuer? Eine Nähmaschine wollte ich mir anschaffen, nicht nur um zahllose Hosen zu kürzen, sondern auch, weil ich in grauer Vorzeit, als wir in Handarbeit unterrichtet worden waren, festgestellt hatte, dass mir das Nähen von all den Techniken noch am besten lag. Doch die Wohnung war zu klein, die Idee wurde verworfen.
Es mag sein, dass es wirklich blöd ist, sich aktiv ein Hobby suchen zu wollen und dass man auf etwas, das einen dann wirklich packt, eher zufällig stossen muss. Vielleicht sind das aber alles auch nur Ausreden, weil ich zu träge bin, um etwas anzupacken.