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Post-It I

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geschwollen?

Kann es sein, dass ich, seit ich wieder an der Uni bin, viel umständlicher schreibe? Der Eindruck entstand, als ich Beiträge vom Herbst 2006 las - viel flüssiger und leichtfüssiger schienen sie mir, und das was ich jetzt in die Tasten haue schwerfällig und geschwollen. Vielleicht ergibt sich daraus ja das erste Post-It...
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neue Kategorie

Auch in Zeiten von Organizern, Doodle und anderen Helfershelfern des digitalen Zeitalters kann ich auf eines nicht verzichten: das Post-It. Ein Hoch auf den Klebezettel (wie es markenunabhängig korrekt heisst), ein Hoch auf seine dankenswerten Dienste. An Bücherbestellungen, Einkäufe, Ubuntu-Tastenkombinationen, Telefonate und andere to-dos erinnere ich mich oft nur dank dieser verlässlichen Organisationshilfe, die mein (manchmal etwas verwirrenden) Leben strukturiert.

Meist sind diese Erinnerungsstützen kurzfristig angelegt. Kaum je klebt ein Post-It mehrere Monate am Notebook oder an der Agenda. Doch an gewisse Dinge möchte ich mich immer wieder erinnern und diese Funktion soll des Zwischenberichts jüngste Kategorie erfüllen. Ein digitaler Klebezettel wird in Kürze folgen.
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Lost

Mein Mobiltelefon ist weg. Verschwunden. Kommentar meines sehr zerstreuten Chaoten-Mitbewohners: "Das passiert einfach." (Er muss es wissen - bereits drei Mal hat er sein Handy verloren.) In der Vorlesung hatte ich es noch und als ich eine Stunde später zuhause ankam, war es weg. Vielleicht ist es nun im Besitz eines Besuchers der Vorlesung "Politisches System der Schweiz", vielleicht liegt es zerdeppert im Strassengraben. Ich habe nicht die geringste Ahnung.

Was haben wir nicht alles zusammen durchgemacht, mein Motorola und ich. Klar - ich habe immer schlecht darüber gesprochen, da der Akku zu wenig ausdauernd und seine Bugs einfach nervig waren. Doch seine schlanke Linie machte es perfekt für meine Hosentasche und mein kleines Täschchen. Es lieferte mir oft heiss ersehnte Kurznachrichten und manchmal überraschte es mich auch mit erfreulichen Anrufen. Manchmal war zwar auch der Psycho-Chef dran und jetzt ist das Handy genauso Vergangenheit wie er.

Beinahe eine Woche wird es dauern, bis sunrise mir eine Ersatz-SIM schickt. Solange bin ich isoliert und hernach werde ich nur in vermindertem Mass sein - gut 200 Nummern waren auf diesem Gerät gespeichert. Im Januar 2006 machte ich zwar ein partielles Backup mittels einer Excel-Liste, aber: Michele Roten und Carmen Fenk, Zufallsbekanntschaften und "Wir machen dann mal was zusammen"-Kollegen, eine französische Medizinerin, ein italienischer Doktorand, ein dänischer Lehrer und eine spanische Übersetzerin. Die meisten von ihnen werde ich wohl nie mehr aufspüren können, auch in Zeiten von StudiVZ nicht.

Aber wer weiss - vielleicht ist das ja der Start in einen neuen, unbelasteten Lebensabschnitt?
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I'm Not There

In fünfzig Tagen ist es soweit: "I'm Not There" wird in Cannes Premiere feiern. Und wie meistens, wenn ich die Tage zähle, geht es um (na was wohl?) Bob Dylan. (Ausser in diesem speziellen Fall. Nach den letzten  Peinlichkeiten Matches der Schweizer Nati ist die Vorfreude allerdings arg gedämpft.)

Über "I'm Not There" wurde schon viel gesprochen und nicht nur ich erwarte den Film gespannt. Thema wird das Leben Dylans sein, und als ob das für die passionierte Dylanologin noch nicht Anlass genug wäre, sich die Finger abzulecken, scheint auch der Stil des Streifens ganz interessant zu werden. Regisseur Todd Haynes setzt nämlich sage und schreibe sechs Schauspieler ein, darunter auch Cate Blanchett (als junger Dylan mit Chrusäli-Frisur). Ausserdem soll der Stil von "I'm Not There" an Dylans Songwriting angelehnt sein, wie man hört...

Wird zwar wohl noch ein Weilchen dauern, bis die Schweiz das Vergnügen haben wird, aber zum Glück gibt's ja das Internet.
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Wieviel ist das in Mark?

Die Sonntagnachmittagsschicht ist hart. Nicht genug damit, dass man um Punkt zwölf beginnen muss, genau dann, wenn der Mittagsservice in seiner Blütezeit steht. Man quält sich überdies erst mal 90 Minuten damit ab, die Tische der Arbeitskolleginnen zu übernehmen, während diese eine nach der anderen ihre halbstündige Mittagspause einziehen. Dazu kommt, dass sonntags eifrig gebruncht wird und dass dies immer besonders viel Aufwand bedeutet.

Das Chaos ist also garantiert.

Wenn nun in so einer Situation eine Gruppe achtzigjähriger deutscher Touristen aufkreuzt, die "nur schnell was Kleines" essen möchten, dann denkt sich die erfahrene Kellnerin: "Au Backe!" Doch ich möchte all die ermüdenden Details überspringen, welche diese Kombi von Alter, Stress und kulturellen Unterschieden mit sich bringt und sogleich zu des Pudels Kern vorstossen: zum Zahlvorgang.

"Wir bezahlen in Euro", so die unumstössliche Ankündigung des teutonischen Touristentrupps. Nun gut. Als Angestellte dieses weltoffenen Lokals muss ich dies natürlich akzeptieren. Der Euro-Preis wird praktischerweise auf dem Kassabon gleich mitgedruckt, so dass dieser Zahlungsvorgang normalerweise keine Schwierigkeiten bereitet. Bloss: Gemeinhin zahlt eine Person für den ganzen Tisch und man braucht nicht jedem Gast eine eigene Rechnung zu machen.

Man ahnt es schon: Die vom Zwischenbericht kam massiv unter Druck. Euro in Franken umrechnen, okay, aber umgekehrt? Und das auch noch unter diesen Bedingungen? Ich jonglierte wild mit Zahlen herum, rechnete laut und leise und rundete, wo nötig, auf, um nicht für unnötige Komplikationen zu sorgen. Zugegeben: Die Oldies gingen mir gehörig auf die Nerven, denn zwar ist der Kunde König, aber ganz offensichtlich war unsere gesamte Crew extrem gestresst und die Viertelstunde, die ich mit den Damen und Herren verplemperte, bedeutet für fünf weitere Tische, dass sie einfach nicht bedient werden und für mich, dass ich anschliessend einfach saumässig im Rückstand bin. Auch (ernst gemeinte!) Fragen wie "Wieviel ist das in Mark?" können einen dann nicht mehr über die Umständlichkeit der Situation hinwegtrösten.

Aber natürlich endet die Geschichte positiv: Das Reisegrüppchen brauchte sich nicht mit den Strapazen eines Geldwechsels herumzuschlagen, der Betrieb lief früher oder später normal weiter und die Arbeitskollegin, welche ich vertreten und welche das Drama aufgrund ihrer Mittagspause verpasst hatte, freute sich über das anständige Trinkgeld. Zu verdanken war dies jedoch weniger der Grosszügigkeit der Touristen als meiner legeren Umrechnungsmethode...
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Tagi-Chat

Das ist natürlich auch eine Methode, um beim Tagi-Chat möglichst gut wegzukommen: Man lässt sich einfach möglichst viele (wohlvorbereitete) Fragen vom Vizepräsidenten und von der Präsidentin einer befreundeten Organisation stellen.

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Grammatik&Glühbirnen

Unter der mit rund 200 stromfressenden Glühbirnen bestückten Stuckdecke des Marianischen Saals lauschte ich mit Vergnügen der sonoren Stimme von Enno Rudolph, mit Interesse den kompetenten Ausführungen von Sandra Lavenex und mit Entsetzen den grammatikalischen Verwirrungen des NZZ-Chefredaktors Markus Spillmann. "Es ist eine Frage des politischen Willen." Wo soll das bloss hinführen, wenn selbst der Chefredaktor einer der grössten Zeitungen der Schweiz den Genitiv nicht beherrscht?

Das Thema? Die europäische Union. Aber darüber wurde in den letzten Wochen schon so viel geschrieben und gesagt, dass ich mich nicht auch noch dazu äussern muss.
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letzter Blogeintrag, bevor ich mich gleich konzentriert meinen Integrationstheorien widme

Ich kann endlich wieder essen!
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Hobby

Manchmal denke ich, ich sollte mir ein Hobby zulegen.

Denn wenn ich gefragt werde: "Was machst du eigentlich in deiner Freizeit?", komme ich regelmässig in ein Dilemma: Entweder laufe ich Gefahr langweilig zu wirken, da meine liebsten Ausgleichsbeschäftigungen Bücher und Zeitung lesen, Killersudokus und Weltwochekreuzworträtsel lösen, bloggen und Musik hören sind. Was tatsächlich nicht besonders prickelnd klingt, aber wohl das einzige ist, das der wikipediaschen Definition von Hobby entspricht:

"Tätigkeit, der man sich nicht aus Notwendigkeit, sondern freiwillig und aus Interesse, Faszination oder sogar Leidenschaft unterzieht. Die Tätigkeit bringt unmittelbar Vergnügen, Spaß oder Lustgewinn mit sich."

Oder aber ich erzähle von meinen Engagements. Diese werfen wohl ein besseres Licht auf mich, doch: politische Arbeit stresst, Deadlines für Artikel stressen, Schreibstau stresst - der Lustgewinn ist nicht unmittelbar und im Falle der Politik, die ich betreibe, bleibt der Erfolg leider nur allzu oft aus. (Letzte Erfolgserlebnisse waren die Avanti-Abstimmung und ein persönlicher Brief von Moritz Leuenberger.) Auch diese Tätigkeiten gehören also nicht unbedingt in die Kategorie Hobby.

Bloss: Was gäbe es zu tun?

Was mir einfällt, ist mit Hindernissen verbunden. Klettern ist aufwändig, braucht Material, eine Wand, einen Partner. So etwas wie ein Diskussionszirkel müsste frisch aufgezogen werden und dazu fehlt mir momentan die Energie. In der Schweiz herumfahren und Ausstellungen besuchen, ermüdet mit der Zeit auch. Leidenschaftlich gern würde ich mein Französisch, mein Italienisch, mein Spanisch vertiefen, und Schwedisch oder Russisch neu lernen - warum nur sind Sprachkurse so teuer? Eine Nähmaschine wollte ich mir anschaffen, nicht nur um zahllose Hosen zu kürzen, sondern auch, weil ich in grauer Vorzeit, als wir in Handarbeit unterrichtet worden waren, festgestellt hatte, dass mir das Nähen von all den Techniken noch am besten lag. Doch die Wohnung war zu klein, die Idee wurde verworfen.

Es mag sein, dass es wirklich blöd ist, sich aktiv ein Hobby suchen zu wollen und dass man auf etwas, das einen dann wirklich packt, eher zufällig stossen muss. Vielleicht sind das aber alles auch nur Ausreden, weil ich zu träge bin, um etwas anzupacken.

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