Nachbarschaftsbeobachtung
Man wohnt unter demselben Dach, hat aber kaum was miteinander zu tun. Das sind die nachbarschaftlichen Beziehungen, wie sie in diesem Haus (etwa 30 Wohnungen) gepflegt werden. Das führt natürlich nicht selten zu Missverständnissen, Gerüchten, Lästereien, mitunter aber auch zu charmanten Begegnungen im Lift oder aufschlussreichen Kurzkonversationen vor den Briefkästen.
Es gibt im Haus einige seltsame Exemplare, wie beispielsweise die Dame, die bis nachts um zwei in Absätzen in der Wohnung herumstolziert, anschliessend das Haus verlässt, nur um die Strasse zu überqueren und ins gegenüberliegende Gebäude zu verschwinden. Bis heute habe ich diesen Vorgang nicht begriffen. Auch spannend zu wissen wäre, wer in der Wohnung lebt, die mit "B. Huber" beschildert ist - vielleicht ist es ja die Luzerner Residenz von Büne...?
Besonders rätselhaft ist mir aber eine Wohngemeinschaft auf demselben Stock, auf dem unsere WG sich auch befindet. Viele Kinder leben da, mindestens drei. (Für mich schon an der oberen Grenze.) Diese weinen eigentlich immer, vor allem, wenn sie sich im Treppenhaus aufhalten, was sie relativ oft tun. Auch des Nachts lassen sie nicht von ihrem tränenreichen Tun ab. Leider ist es dann auch oft so, dass eine überforderte Mutter sehr gereizt reagiert, sehr laut, was mit entsprechender Steigerung des Babygeschreis quittiert wird. Eines der Kinder ist ein Bub, etwa sechs, ein absoluter Macho. Er ist mir einmal in der Öffentlichkeit begegnet, und: den möchte ich nicht in meiner Klasse haben, weder als Lehrerin noch als Schülerin... Ein anderes Kind ist gerade im Krähalter, es weint nicht, aber schreien kann es auch nicht, darum macht es seinen Gefühlen mit unwahrscheinlich heiseren Krählauten Luft. Und zwar allen Gefühlen. Das heisst, auch, wenn es glücklich ist, das heisst, eigentlich immer. Die Eltern scheinen also genug zu tun zu haben... Vielleicht haben sie deshalb manchmal nachts eine periodisch sich an- und ausschaltende Maschine laufen, von deren klanglichen Emissionen man auch in unserer Wohnung profitieren kann. Und weshalb - auch jetzt, im Dezember - die Fenster dieses Appartements STÄNDIG geöffnet sind, das werde ich wohl nie verstehen.
Zum Glück lebe ich ja so unauffällig und anständig vor mich hin, dass es über unsere WG wohl kaum etwas zu lästern gibt...
(Ich sage nur: Karaokeabend, Spieleabend, Frauenabend, Filmabend, nächtliches Abwaschen, Schleudern, Duschen und Hunderte von Stunden mit lauter Rockmusik im Wohnzimmer.)
Es gibt im Haus einige seltsame Exemplare, wie beispielsweise die Dame, die bis nachts um zwei in Absätzen in der Wohnung herumstolziert, anschliessend das Haus verlässt, nur um die Strasse zu überqueren und ins gegenüberliegende Gebäude zu verschwinden. Bis heute habe ich diesen Vorgang nicht begriffen. Auch spannend zu wissen wäre, wer in der Wohnung lebt, die mit "B. Huber" beschildert ist - vielleicht ist es ja die Luzerner Residenz von Büne...?
Besonders rätselhaft ist mir aber eine Wohngemeinschaft auf demselben Stock, auf dem unsere WG sich auch befindet. Viele Kinder leben da, mindestens drei. (Für mich schon an der oberen Grenze.) Diese weinen eigentlich immer, vor allem, wenn sie sich im Treppenhaus aufhalten, was sie relativ oft tun. Auch des Nachts lassen sie nicht von ihrem tränenreichen Tun ab. Leider ist es dann auch oft so, dass eine überforderte Mutter sehr gereizt reagiert, sehr laut, was mit entsprechender Steigerung des Babygeschreis quittiert wird. Eines der Kinder ist ein Bub, etwa sechs, ein absoluter Macho. Er ist mir einmal in der Öffentlichkeit begegnet, und: den möchte ich nicht in meiner Klasse haben, weder als Lehrerin noch als Schülerin... Ein anderes Kind ist gerade im Krähalter, es weint nicht, aber schreien kann es auch nicht, darum macht es seinen Gefühlen mit unwahrscheinlich heiseren Krählauten Luft. Und zwar allen Gefühlen. Das heisst, auch, wenn es glücklich ist, das heisst, eigentlich immer. Die Eltern scheinen also genug zu tun zu haben... Vielleicht haben sie deshalb manchmal nachts eine periodisch sich an- und ausschaltende Maschine laufen, von deren klanglichen Emissionen man auch in unserer Wohnung profitieren kann. Und weshalb - auch jetzt, im Dezember - die Fenster dieses Appartements STÄNDIG geöffnet sind, das werde ich wohl nie verstehen.
Zum Glück lebe ich ja so unauffällig und anständig vor mich hin, dass es über unsere WG wohl kaum etwas zu lästern gibt...
(Ich sage nur: Karaokeabend, Spieleabend, Frauenabend, Filmabend, nächtliches Abwaschen, Schleudern, Duschen und Hunderte von Stunden mit lauter Rockmusik im Wohnzimmer.)
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