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Jan Delay

Soeben das Neuste von Jan Delay auf Radio 3fach gehört... Anders, anders. Nicht mehr der 2001-Reggae-Dancehall-mässige Chill-Sound, es geht mehr Richtung Funk (wie ja schon angekündigt), ziemlich groovend, es klingt (nach einmaligem oberflächlichem Anhören) eher nach Spassmusik, als nach (Gesellschafts-)Kritik (das jedoch kann täuschen) und Jans Stimme scheint noch ätzender also auf "Blast Action Heroes" von den Beginnern. Bin auf jeden Fall nach wie vor gespannt und freu mich riesig auf Mercedes Dance. August ist's ja schon bald!
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das unheimliche Kind III

Guess who’s back. Back again.

Das unheimliche Kind.

Heute vor dem Burger King. Er stand einfach mitten auf der Strasse und schaute in eine Richtung. Immer noch bleich wie meine Beine, immer noch diese unheilvollen Riesenaugen. Er hat bestimmt einen unheimlichen Namen wie Damian, oder zumindest Pascal.

Jetzt, wo dann bald die Schulferien beginnen, ist er hoffentlich weniger unterwegs. Hoffentlich. Falls ich ihn in den nächsten sechs Wochen einmal irgendwo antreffen sollte, ist definitiv etwas nicht sauber. Damian.

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Biowetter

Tages-Anzeiger, 30. Juni 2006: "Biowetter: Störungsfreies Hochdruckwetter wirkt sich förderlich auf den Nachtschlaf aus. Viel Sonnenschein wirkt belebend auf den Stoffwechsel und trägt zu guter Laune bei. Die meisten Menschen fühlen sich fit und leistungsfähig."

Voll geil, das trifft ja absolut zu! Nachtschlaf hatte ich wenig, aber guter Sorte. Meine gute Laune bewegte mich dazu, wildfremde Leute freundlich anzulächeln und fit und leistungsfähig fühlte ich mich auch grösstenteils (ich hätte wahrscheinlich sogar richtig viel gearbeitet, wenn nicht der Server ständig seine Sperenzchen mit mir getrieben hätte, aber das ist ein anderes Thema). Na dann hoff ich mal, dass mir die gute Stimmung erhalten bleibt.

Danke, Biowetter!
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da haben sich ja zwei gefunden

Ha! Bela und Kuttner! Das würd ja wie die Faust aufs Auge passen!
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Der Steppenwolf

Hermann Hesse in "Der Steppenwolf" über das Bürgertum.

Es "versucht in temperierter Mitte der Bürger zu leben. Nie wird er sich aufgeben, sich hingeben, weder dem Rausch noch der Askese, nie wird er Märtyrer sein, nie in seine Vernichtung willigen - im Gegenteil, sein Ideal ist nicht Hingabe, sondern Erhaltung des Ichs, sein Streben gilt weder der Heiligkeit noch deren Gegenteil, Unbedingtheit ist ihm unerträglich, er will zwar Gott dienen, aber auch dem Rausche, will zwar tugendhaft sein, es aber auch ein bisschen gut und bequem auf Erden haben. Kurz, er versucht es, in der Mitte zwischen den Extremen sich anzusiedeln, in einer gemässigten und bekömmlichen Zone ohne heftige Stürme und Gewitter, und dies gelingt ihm auch, jedoch auf Kosten jener Lebens- und Gefühlsintensität, die ein aufs Unbedingte und Extreme gerichtetes Leben verleiht. (...) Auf Kosten der Intensität also erreicht er Erhaltung und Sicherheit, statt Gottbesessenheit erntet er Gewissensruhe, statt Lust Behagen, statt Freiheit Bequemlichkeit, statt tödlicher Glut eine angenehme Temperatur."

Die gleichzeitig angeekelte wie bewundernde Beschreibung des Bürgertums gab mir schon zu Schulzeiten zu denken, als ich, noch nicht mal volljährig, erstmals den Steppenwolf las, und sie tut es noch heute. Sie tönt bequem, die "temperierte Mitte", die "Mitte zwischen den Extremen", die "gemässigte und bekömmliche Zone", sie klingt nach Ruhe, nach Frieden, nach Geordnetheit. Sie suggeriert ein angenehmes Leben ohne Hochs und Tiefs. So wie ich es mir dann gerne einrichten würde, wenn die Extreme mir zu viel werden, wenn der Schmerz unerträglich wird, wenn nichts mehr sicher ist, wenn ich enttäuscht werde, wenn ich nach einer trunkenen Nacht mit explodierendem Schädel aufwache.

Aber will ich Ruhe, Frieden, Geordnetheit "auf Kosten jener Lebens- und Gefühlsintensität", auf Kosten von "Gottbesessenheit", "Lust" und "Freiheit", auf Kosten von "tödlicher Glut"? Keine Hals-über-Kopf-Stürze ins Ungewisse? Kein Feuer, kein Brennen? Keine Highs mehr, kein Rennen? Nur noch Flüstern, kein lautes Singen mehr, keine laute Musik? Kein Jubel, kein Weinen, kein Mitfiebern, keine Ungewissheit? Keine blinde Wut, keine ungezähmte Freude? Mich auf nichts einlassen, um mich vor Enttäuschung zu schützen?

Was ist anzustreben?
Ein Leben in angenehm temperierten, quasi lauwarmen Gefilden? Man richtet es sich so ein, dass nicht viel durcheinander gebracht werden kann. Keine Leidenschaft, aber auch kein Leiden. Keine Höhenflüge, aber auch keine Stürze ins unendlich Tiefe. Relative Ruhe, aber Langeweile.
Oder ein Leben, in dem die Extreme ausgereizt werden? Wo Schmerz und Liebe immer ganz nahe beieinander liegen, wo jeder Erfolg sofort mit einem Schlag ins Gesicht vergolten werden kann, wo intensives Leiden und intensivere Freude einander ablösen.

Bürgertum oder Steppenwolf?

Für Harry Haller, den so genannte Steppenwolf in Hesses Roman, sind beide Zustände untragbar. Das Steppenwolf-Dasein zerstört ihn, das Bürgertum scheint ihm hohl.

Fünf Jahre nach der ersten Beschäftigung mit dem Steppenwolf denke ich, dass man sich nicht für einen der Zustände entscheiden kann oder muss. Ein Leben als Steppenwolf, umherirrend, hin- und herpendelnd zwischen den Extremen, ist zu viel, lässt keinen Platz fürs Durchatmen. Ein Leben im Bürgertum ist das Falsche für mich, ein Leben ohne Heiss und Kalt scheint mir wertlos.

Und vielleicht ist es ja der Sinn allen Strebens, eine Balance zu finden zwischen der langweiligen Ordentlichkeit eines bürgerlichen Lebens und der überfordernden Intensität der Extreme, das Alltäglich-Normale und den lautstarken Wahnsinn unter einen Hut zu bringen, glücklich zu werden zwischen Kabelfernsehen und Totalabstürzen, Putzplan und lauten Punk-Konzerten, geregelten Arbeitszeiten und inniger Liebe, Pflichtübungen und Hals-über-Kopf-Leben.
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...die traditionelle Prä-Festival-Verletzung?

Schon vor zwei Jahren auf der Reise ans Gurtenfestival und auch heute wieder, vor dem Southside Festival, schlug ich mit dem Ellbogen unabsichtlich gegen einen Gegenstand, beide Male schmerzte das Chibäderli hernach enorm.

Während ich vor zwei Jahren schusslig an die Armlehne im Zug stiess, war diesmal eine Schranktür der Übeltäter. Für dieses brutale Foul zeigte ich ihr die rote Karte. Misses next Umzug.

Ob es wohl an meiner Vorfreude liegt, dass ich mir mein Narrenbein so stauche? Tut einfach immer noch höllisch weh. Gute Besserung mir selber.
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Euphorie!

Wir gewinnen 2:0! Juhu! Jetzt darf dem Freitag entgegengefiebert werden. (Ich am Southside...) Der Achtelfinal war noch nie so nah.

Das hat mir gefallen!

Und Bo, hab ichs dir nicht gesagt? Wir werden noch froh sein, haben wir den Zubi im Tor. Das war ja heute wirklich souverän.

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Medienspiegel

Tagi Online Schlagzeile:
Versehentlich Giftspritzen verkauft
Bei einer Liquidation von Armeematerial in Lyss sind Sanitätstaschen mit hochgiftigen Atropinspritzen verkauft worden. Die Veranstalter ersuchen die Käufer, die Spritzen zurückzugeben.

Na fantastisch. Wenn unsere Armee es nicht mal schafft, eine Liquidation sauber zu organisieren, wie sollen die denn fähig sein, den logistischen Anforderungen eines Krieges gewachsen zu sein?

Und noch was aus der Rubrik "Wer hätte das gedacht?":
Der Babyshambles-Gig am Greenfield fiel ins Wasser, es heisst, die Band sei in Schweden festgehalten worden. Was für eine Überraschung.

Des Weiteren: eine Sternfahrt der Transportlobby, ein verwässerter Feinstaub-Aktionsplan, ein Velofahrer ein Kilometer lang von einem Auto mitgeschleift, die Renaissance des Walfangs, katastrophale Fussball-Performances von "grossen" Mannschaften...

Ist dieses Wochenende eigentlich nur Scheisse passiert?

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ein seltsamer Tag

Um halb neun aufgestanden - aber es ist doch Wochenende.
Den ganzen Tag Englisch gelernt - wie diszipliniert.
Einmal kurz in den Migros - mit Cherrytomaten und Joghurt bewarf man mich.
Danach mein Leben geordnet - sogar mit Erfolg.
Die Wohnung aufgeräumt - sieht fast etwas unheimlich aus.
Was Feines gekocht - und viel zu viel Peperoncini hinzugefügt.
Dann der Match - viel zu viel Bier.
Drei rote Karten - und nur ein eins zu eins.
Italien in der Überzahl - die USA spielen trotzdem besser.
Der Puls im Sitzen auf Hundert - der Herzinfarkt ist nah.
Dann auch noch ein Gewitter - Hagel und Blitz.
Es kühlt merklich ab - trotzdem Hunderte von Menschen auf der Strasse.
Stau und Gehupe - wohl Italo-Fans.
Aber warum denn bloss - wir haben doch moralisch verloren.
Das kleine Luzern - ein Gehabe wie ne Grossstadt.
Über Umwege eine halbe Stunde lang nach Hause spaziert - trotzdem nicht runtergekommen.
Jetzt vor dem Compi - und völlig verwirrt.

Wer hätte gedacht, dass Fussball mich so beeinflussen könnte?

Gute Nacht.
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Didn't you?

Wenn der Shuffle-Modus mir völlig unerwartet Dylans berühmt-berüchtigte Live-Version von "Like A Rolling Stone" - die schleppende, die mit den "Judas!"-Rufen - beschert und ich unwillkürlich mitsinge - wie könnten meine Stimmbänder es auch jemals auslassen die Zeilen "Once upon a time you dressed so fine / Threw the bums a dime in your prime" und mit besonderer Inbrunst "Didn't you?" zu schmettern? - und ich angesichts dieses besten Songs ever, dieses Meisterwerks, dieser fantastischen Version, dieser unbeschreiblichen Stimmung des Stücks und angesichts des offenen Fensters Gänsehaut kriege...

...dann ist es Zeit, die Englisch-Hausaufgaben für 8 Minuten liegen zu lassen, die offenen Rechnungen, die organisatorischen Mängel meines Lebens und die unaufgeräumte Küche zu vergessen, "Didn't you?" und den ganzen Textrest so laut wie noch nie zu schmettern und mich auf den 15. Juli zu freuen.
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