Wenn es immer mehr Handies gibt, gibt es immer weniger öffentliche Telefonzellen. Und das wiederum bedeutet, dass es immer weniger Möglichkeiten gibt, aus der Matrix wieder rauszukommen! Bin ich denn die Einzige, die das bemerkt und die sich Sorgen macht?! *paranoider Blick*
Als ich in der neuen WG einzog, war mir nicht bewusst, dass ich mich im Februar mitten im Fasnachtsgetümmel wiederfinden würde. Ich bin jetzt gar nicht sicher, ob ich das gut oder schlecht finden oder ob es mir egal sein soll...
Beim sinnlosen Rumzappen spät am Freitagabend blieb ich bei einer amerikanischen Talkshow hängen. Interviewt wurde Andy Serkis, der Gollum/Smeagol- und King-Kong-Darsteller, deshalb schaute ich etwas länger zu.
Anschliessend folgte - was für ein wundervoller Zufall - eine Live-Performance eines Dylan-Stücks! Shelter from the Storm. Rodney Crowell und Emmylou Harris (welche zu Desire- und Rolling Thunder Revue-Zeiten als Backgroundsängerin bei Dylan wirkte) boten eine fantastisch schöne Version dieses Klassikers. Gänsehaut pur.
In Zeiten der Vogelgrippe gilt das Sprichwort "Lieber ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach" nicht mehr uneingeschränkt...
...gefunden in der NZZ vom 13.12.2005
"Mit einer reduzierten Neuauflage des Hariri-Attentats haben am Montagmorgen wahrscheinlich dessen Urheber ihre Stellungnahme zur Berichterstattung des Uno-Chefermittlers Mehlis im Uno-Sicherheitsrat über jenen ersten Mordanschlag abgegeben."
Kommt mir irgendwie vor wie die Lateinübersetzungen aus der Gymi-Zeit... Irgendwie musste man ja den Ablativus absolutus, die seltsame Passiv-Form, das PPP und das Participium conjunctum unter einen Hut bringen.
Ein Mitbewohner ist eine Person, die man nie in Schuhen sieht.
Die Gesundwünsche haben gefruchtet - ich bin wieder putzmunter. Das Bed-In hat wahre Wunder gewirkt!
So, und jetzt bin ich bereit zu neuen Schandtaten. Hinaus in die klirrend kalte Abendluft, hinaus unter Menschen, hinaus in die blaue Stunde und los ins Kino, München schauen.
(aber zuerst noch ein wenig Zug fahren, bis ich im Städtchen bin - das Gute daran: ich kann meine neue Dylanplatte hören! The Rolling Thunder Revue 1975 - eine fantastische Sache.)
Einen wunderschönen Abend wünscht
die vom Zwischenbericht, berauscht von Freude über den Feierabend
Es hat mich voll erwischt, ich bin krank.
Nicht genug, dass ich kaum mehr denken kann, weil mein Kopf so schmerzt, dass jeder Schluck Tee meine Mandeln aufschreien lässt und dass ich unangenehmeres Ohrenweh habe, als es die Schweizer Hitparade jemals zu verursachen schaffte.
Ich muss auch noch daran denken, was ich durchs Kranksein alles verpasse. Das Programm wäre gewesen: zuerst Zoobesuch heute Nachmittag in Bern. Dann: ein chilliges, sonniges Wochenende in Sörenberg, wofür ich mir extra Schlittelausrüstung besorgt hatte. Oder: drei Parties, zu denen ich eingeladen gewesen wäre.
Dann hätte ich noch meinem Politikwissenschaftsstudienkollegen sein Ladegerät mitbringen sollen, hätte noch was in die Bibliothek bringen sollen, hätte waschen, bügeln und die Küche putzen sollen, hätte dies und hätte das...
Stattdessen liege ich in meinem Bettchen und bin sogar zu down, um fern zu sehen...
Drum hier der Aufruf: Schreibt mir doch ein paar aufmunternde Kommentare auf den Blog.
Zusammen mit Tee, Fisherman's Friend und Bettruhe werden sie bestimmt dafür sorgen, dass ich bald wieder auf den Beinen bin.
Danke im Voraus,
die Kranke vom Zwischenbericht
Per aspera ad astra
Wörtlich: durch das Raue zu den Sternen. Der beste Motivator, um Bürotage voll mit Scheissjobs zu überstehen.
Ich hoffe nur, dieser Weg per aspera führt mich auch wirklich einmal ad astra...
Was ich von meinen Osteuropa-Reisen kenne, liebe ich. Ich habe selten so herzliche Reserviertheit erlebt, wie in Tschechien, selten so überraschend süsse Städtchen gesehen, wie in der Slowakei und was ich von Ungarn kenne - Budapest - war für mich eine der faszinierendsten Städte, die ich mir jemals angesehen habe.
Gestern Nacht aber hat mir mein Mitbewohner (ja, es ist immer derselbe, der mich mit neuer Musik bekannt macht) auch die musikalischen Vorzüge Osteuropas präsentiert. Die Entdeckung heisst Myslovitz, stammt aus Polen und ich bin ihrem eingängigen Liedgut innert Kürze verfallen. Und das Beste: sie singen polnisch! Da hüpft das Herz gleich doppelt.
Korova Milky Bar (2004) gibt es in polnisch und (wohl für das internationale Publikum) auch in englisch. Die Songs tragen so informative Titel wie Dlugugosc Dzewieku Samotnosci (englische Version: Sound of Solitude) oder Chicabym Umrzeae. Das wären dann auch schon meine Anspieltipps: zwei Flaggschiffe der poppigen Melancholie, absolute Repeat-One-Songs von scheu-zarter, aber überzeugender Schönheit - der perfekte Soundtrack für die Stimmung, in der der Mitbewohner und ich gestern schwelgten.