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Real existierender Rassismus

Heute habe ich ein wenig in meinem Reisetagebuch geschmökert, das ich auf meinem Trip in die Slowakei und nach Ungarn im Herbst 2004 verfasst habe. Hier ein Auszug über einen Vorfall, den ich ganz vergessen hatte und den ich, wenn ich so zurück blicke, ziemlich krass finde:

«1.9.2004, Mittwoch

Das erste Erlebnis auf dieser Reise fiel leider nicht besonders erfreulich aus. In unserem Wagen sass ein Schwarzafrikaner. Während der österreichische Zollbeamte meinen Pass trotz deutlicher (durch die Brille bedingter) Unterschiede der realen zur virtuellen Person kaum beachtete, ging er umso resoluter auf unsere dunkelhäutigen Mitfahrer zu. Den Inder (?) behandelte er noch einigermassen «normal», er schaute dessen Pass lediglich etwas eingehender an. Den bereits erwähnten Schwarzafrikaner ging er dafür umso grober an: «Your passport please. Did (sic!) you have any cigarettes, alcohol, cannabis, heroin?» Die Nennung all dieser Genussmittel in einem Zug fand ich irgendwie amüsant, so musste ich ein wenig schmunzeln. Doch als der - vielleicht völlig zu Unrecht - (man entschuldige die Wortwahl) angef***te Mann zu fluchen begann, verging mir das Lachen. Das meistbenutzte Wort dieser Konversation - «fuck» - reicht wohl zu deren Illustration. Der Zollbeamte wird wohl ein so genanntes gebranntes Kind gewesen sein, andernfalls - so hoffe ich - hätte er diesen Mann wohl kaum dermassen vorurteilsvoll behandelt. Nun, jedenfalls gab es einen kurzen, aber intensiven Wortwechsel, an dessen Ende der Zollbeamte den Pass des Mannes auf den Tisch knallte und den Wagen verliess. Der Schwarze fluchte noch ein wenig und setzte sich wieder hin. Zu sagen ist wohl noch, dass der Zollbeamte den Mann mit den Worten drohte: «When (sic!) you wanna go to Austria, be quiet.»

Doch das war ja bei Weitem noch nicht die ganze Vorstellung gewesen. Der Zoll-Chico besuchte uns nochmal und forderte den Schwarzen dazu auf, ihm sein Geld zu zeigen. Als dieser letztendlich zugab: «I have no money.», wurde er des Zuges verwiesen. Wieso, weiss ich auch nicht.

Noch viel schleierhafter ist mir aber, wieso derselbe Mann ca. zehn Minuten später (an der gleichen Station, Buchs, SG) wieder einstieg...»


Nur mal so, zum Nachdenken...

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