Chef und ich im Taxi vom Aeroport Charles de Gaulle zu unserem Hotel. Stau. Der Gedanke "Wir verpassen das Spiel" ist allgegenwärtig.
Kollege S.,19:12 – “Kickoff in 5 min; hopp schwizâ€
Ich zum Chef: “Jetzt hat's wohl angefangen...â€
Papi, 19:20 – “1-0 für die ch nach 30 sekunden penalty freiâ€
Ich juble, Chef schaut verständnislos. Ich erhalte das nächste SMS...
Kollege S. 19:20 – “1. min: handspenalty für uns! Frei versenkt souverän, 1:0, yebeee! Welch ein Start!â€
...und ich zeige ihm meine Informationen
Kollegin M. 19:20 – “1:0 fürd schwiiz ide 1.minute (penaltyschuss dure frei!:-) viel spass in parisâ€
“Das fängt ja gut an†Diskussion über Vor- und Nachteile eines so frühen Führungstreffers.
Kollege S. 19:41 – “Oh nei, 24.min 1:1, keine panik, üsi jungs hends im griffâ€
Kollegin M. 19:41 – “1:1 freistoss kopfballgoal :-(“
Nach einer Stunde Taxifahrt die erste schlechte Nachricht. Aber noch ist ja nichts verloren.
Bald darauf Ankunft beim Hotel. Zuerst ein Apéro im Barricou. Dann:
Kollegin M. 19:54 – “2:1 fürd türkeiâ€
Kollege S. 19:55 – “Dammi, zubi! 2:1 fürd türke. jetz wirds heissâ€
“Nein! Wenn das nur gut geht...â€
Kollege S. 20:07 - “Pause: immer nu 2:1 türkei, extreme match, bruche gad no es bier! Hey chunsch mini sms überhaupt über?â€
Chef: “Komm, den rufen wir anâ€
20:12 – Pausentelefon mit Kollege S.
Analysen, Fachgesimpel. Dann ins Hotel, Zimmerbezug. Mitten im Auspacken: Neue Kurznachricht, zusammenzucken, öffnen...
Kollege S. 20:26 – “2. Hälfte: degen gegen behrami ausgewechselt (gelb), frei schiesst aus 15m knapp vorbei...uh! Freistoss aus 20m für türkei, dann ecke aber vorbei. Puhâ€
...und aufatmen. Aber schon kurz darauf:
Kollege S. 20:28 – “Scheisse, schwalbe sükür, penalty, 3:1, neiiinâ€
*Fluchwort*, das knappste Resultat, mit dem es für uns noch reichen würde.
Kollegin M. 20:30 – “3:1, oh mann tschwiz gheit na use, aaa mini närve...â€
Schnell den Chef über das neue Resultat informieren, betretene Blicke.
Vor dem Znacht noch schnell einen Apéro im Le Kitch – übrigens die geilste Bar, die ich je gesehen habe! Dort sitzen wir an der Bar und versuchen, ein Gespräch zu führen.
Nächstes SMS, wir zucken zusammen
Kollege S. 20:46 – “Mer hend wiedr chance, frei vergibt aus 5m! Mier sind mega am zittere... Ei träffer isch d entscheidig!â€
Falscher Alarm. Noch immeralles im grünen Bereich. Nun aber kaum mehr Gesprächemöglich. Beide schauen gebannt aufs Display meines Handys, dasauf der Bar liegt.
Der Barkeeper guckt uns schon etwas komisch an.
Ich total nervös. (Noch nervöser als ich im Normalzustand schon bin...)
*surrrr*
...und zwei Schweizer in Paris drücken auf den “Lesenâ€-Button und auf dem Display erscheint:
Kollegin M. 21:02 – “Juhui 3:2 goal vam strellerâ€
...und zwei erleichterte Schweizer in Paris können sich nicht mehr halten, jubeln laut heraus “Jeeeah!†Das ganze Kitch schaut uns an... Wir siegessicher, jetzt bräuchte es noch ganze 3 Tore der Türken. Aber wer weiss... Wir erklären dem Kellner die Situation.
Kollege S. 21:05 – “juchuuu, streller trifft aus 12m allein vorm tor!! 3:2, jaaaaaaâ€
Der Barmann will uns schon was spendieren, als ich das nächste SMS bekomme:
Kollege S. 21:06 – “Chum fertig, scho 4:2, letzti minute
Kann es sein, dass sie noch zwei Mal treffen? Uns scheint mittlerweile alles möglich.
Kollegin M. 21:07 – “4:2 oioioi ich cha nüm zueluegeâ€
Wir auch nicht.
Und dann lange Funkstille.
Keine Nachrichten von niemandem. Nulla.
Ich vergizle fast. 6 Minuten können so lang sein...
Dann die Erlösung:
Papi 21:13 – “Ch an der wmâ€
Wir jubeln erleichtert ein weiteres Mal, der Kellner freut sich mit uns und spendiert uns eine Runde.
Kollegin M. 21:13 – “Juhui tschwiz gaht ad wm :-):-):-)â€
Wir stossen an, wir sind dabei, was für eine Freude!
Kollege S. 21:21 – “Jeeaaahh! Schluss, mier hends FUCKING gschafft!â€
Merci beaucoup an Papi, an die Kollegin M. und an den Kollegen S. für eure Berichterstattung!