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Der Prinz auf der Erbse

Vor ein paar Wochen besuchte ich eine Tagung an der Uni. Das Thema war der Abessinienkrieg, in dem das faschistische Italien unter Mussolini das heutige Äthiopien angegriffen und besetzt hatte. Moderiert wurde der Anlass von einem äthiopischen Prinz mit Wohnsitz in Deutschland, Asfa-Wossen Asserate, einem kleinen, rundlichen Mann, der mit herrlich sonorer Stimme durch den Tag führte. Seine Aufgabe war es, die Referentinnen und Referenten vorzustellen und die
Diskussion zu leiten. Während der Referate jedoch - schlief er! Und damit nicht genug: er schnarchte auch noch...

Diese Tatsache allein wäre ja noch nicht erwähnenswert, schliesslich sind die
meisten schon mal während solcher oder ähnlichen Anlässen eingepennt. (Kleiner Insider für Ex-6a-ler: "Give her a push!") Prinz Asserate kennt man hierzulande allerdings auch als Bestsellerautor. Ich hatte bereits vor der Tagung einmal von seinem Schaffen gehört und setzte mich nach deren Ende an den Computer, um mein Gedächtnis aufzufrischen. Fündig wurde ich schliesslich im Tagi vom 12. April 2005 und ich konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken: Passenderweise heisst des Prinzen Oeuvre Manieren... Wie ironisch, dass da offenbar jemand versucht, anderen gutes Benehmen näher zu bringen, der ganze Tagungen verschläft.

Kleiner Nachtrag: Im erwähnten Tagi-Artikel stellt sich Asfa-Wossen Asserate quasi
selber die Frage, was den Manieren überhaupt bringen. Seine Antwort - und bitte, aufgepasst, denn besser geht es fast nicht mehr:

"Manieren bringen im Grunde genommen gar nichts, ausser einem gesunden Schlaf."

Fürwahr, fürwahr...

Comments (1)  Permalink

comments

stuggo @ 31.10.2005 21:11 CEST
so geil! :-) immer wider luschtig!

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