Where is my mind?
Dass ich vergesslich bin, ist ja nichts Neues. Ich vergesse Namen, die Einkäufe, Begebenheiten, und ganz besonders Filme. Von gewissen Movies weiss ich nicht einmal mehr, dass ich sie jemals gesehen habe (ich würde ja gerne Beispiele nennen, aber eben... - doch, “Murder by Numbers” habe ich angeblich mal gesehen, weiss aber weder wo, noch wann oder mit wem – könnte sich der oder die Betreffende bitte bei mir melden?). Ich vergesse, ob ich Dinge bereits erledigt habe, vergesse, die Hausschlüssel einzustecken, vergesse, was Leute mir erzählen, obwohl ich ihnen konzentriert zuhöre. Das kochende Wasser auf der Herdplatte vergesse ich ebenso wie mein Velo abzuschliessen oder die Mehrfahrtenkarte abzustempeln (davon kann mein Politikwissenschaftsstudienkollege ein Lied singen, nicht wahr?)
Aber nun hat meine Vergesslichkeit eine neue Stufe erreicht. Als überzeugte Helmträgerin ist es für mich (eigentlich) eine Selbstverständlichkeit, diesen aufzusetzen, bevor ich mit dem Velo losradle, sozusagen ein Naturgesetz, ohne kann ich mir das Fahrradfahren gar nicht vorstellen, so sehr habe ich mich daran gewöhnt. Nun, letztens vergass ich den Helm in der Wohnung (auch nicht das erste Mal übrigens), setzte mich dann allerdings ohne es zu bemerken aufs Rad und fuhr los. Bis mir aufging, dass ich quasi “nackt” fuhr, war ich schon beim Kreuzstutzkreisel angelangt und also eine beträchtliche Strecke ohne gefahren.
Und das war noch nicht einmal das schlimmste Vergesslichkeitserlebnis dieses Abends. Nachdem ich meinen Fehler bemerkt hatte, besuchte ich schnell meine Schwester, um ihren Helm auszuleihen. (Ich war etwas paranoid, funktionierten doch meine Bremsen nicht mehr einwandfrei.) Einige Stunden später brachte ich ihr den Helm wieder vorbei, quatschte noch ein wenig und ging dann zum Lift, welchen ich beinahe schon betreten hatte, als meine Schwester mir nachrannte. Sie lachte und ich bemerkte nach einigem Staunen auch, weshalb: den Helm hatte ich immer noch in der Hand, dafür stand meine Tasche bei ihr in der Wohnung...
Für Lacher sorgen solche Vorfälle zweifelsohne. Es stellt sich jedoch die Frage, wie besorgniserregend sie sind. Vielleicht war ich an jenem Tag einfach ein wenig gedankenverloren und deshalb eher unkonzentriert. Nur passieren mir solche Blackouts leider mehrmals wöchentlich und so meditativ bin ich nun auch wieder nicht unterwegs. Schon etwas unheimlich. Was, wenn ich vor lauter Schusseligkeit einmal etwas wirklich unglaublich wichtiges verpasse? (Man stelle sich vor, Jack Bauer verhängt in der fünften 24-Staffel sein Handy oder vergisst, wo er gerade hinfahren wollte – eine echte Katastrophe!) Und ganz abgesehen davon, ist es auch sehr unangenehm, wenn man Gesprächspartnerinnen mehrmals dasselbe fragt, weil man einfach nicht mehr genau weiss, wie das mit ihrem Job jetzt schon wieder läuft oder wo sie in den Ferien waren.
Ich bitte also um etwas Nachsicht für diese Schwäche meinerseits. Der Vorteil ist ja, dass so wenigstens der Gesprächsstoff nie ausgeht...
comments
Nett geschrieben. Ich finde umgekehrt Leute die diese "Probleme" nicht haben suspekt.
finds schad dass sich d lüt im anonyme verluered... wird usme persönliche blog en unpersoenlichi nuei art vo chat
liebe gruess ich
Staffel 3, Episode 1: Huch... der Jack ist ein Junkie? Schon wieder? Ich bin schockiert.
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