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Der Prinz auf der Erbse

Vor ein paar Wochen besuchte ich eine Tagung an der Uni. Das Thema war der Abessinienkrieg, in dem das faschistische Italien unter Mussolini das heutige Äthiopien angegriffen und besetzt hatte. Moderiert wurde der Anlass von einem äthiopischen Prinz mit Wohnsitz in Deutschland, Asfa-Wossen Asserate, einem kleinen, rundlichen Mann, der mit herrlich sonorer Stimme durch den Tag führte. Seine Aufgabe war es, die Referentinnen und Referenten vorzustellen und die
Diskussion zu leiten. Während der Referate jedoch - schlief er! Und damit nicht genug: er schnarchte auch noch...

Diese Tatsache allein wäre ja noch nicht erwähnenswert, schliesslich sind die
meisten schon mal während solcher oder ähnlichen Anlässen eingepennt. (Kleiner Insider für Ex-6a-ler: "Give her a push!") Prinz Asserate kennt man hierzulande allerdings auch als Bestsellerautor. Ich hatte bereits vor der Tagung einmal von seinem Schaffen gehört und setzte mich nach deren Ende an den Computer, um mein Gedächtnis aufzufrischen. Fündig wurde ich schliesslich im Tagi vom 12. April 2005 und ich konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken: Passenderweise heisst des Prinzen Oeuvre Manieren... Wie ironisch, dass da offenbar jemand versucht, anderen gutes Benehmen näher zu bringen, der ganze Tagungen verschläft.

Kleiner Nachtrag: Im erwähnten Tagi-Artikel stellt sich Asfa-Wossen Asserate quasi
selber die Frage, was den Manieren überhaupt bringen. Seine Antwort - und bitte, aufgepasst, denn besser geht es fast nicht mehr:

"Manieren bringen im Grunde genommen gar nichts, ausser einem gesunden Schlaf."

Fürwahr, fürwahr...

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Tantalus-Qualen mit Talcott

Ich stehe bis zum Hals in interessanter soziologischer Literatur, bin begierig, zu erfahren, was mir der gute Herr Parsons mitteilen will, aber entziffern kann ich den Text nicht. Ich komme mir vor wie Tantalus... (http://de.wikipedia.org/wiki/Tantalus)

Die Sprachbarriere mag ihren Teil dazu beitragen. Ich hege jedoch den dunklen Verdacht, dass der Text einige grobe Gedankensprünge aufweist. Und die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Abschnitten sind auch nicht gerade elegant gelöst.

Für Lese-Tipps wäre ich also noch so dankbar...
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auf geht's!

24. Oktober 2005 - das war wohl der offizielle Beginn des Zwischenjahrs! Jetzt gehts los - gleich mal mit Ferien vom Job...
Euch anderen Studenten einen erfolgreichen Start! Und den Nicht-Studenten sonst alles Gute.
Bald ist wieder Zeit für eine neue Kolumne, man halte sich also bereit...
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Perfekte Momente

Lachanfälle mit Stuggo. Jemanden kennen lernen und sich auf Anhieb perfekt verstehen. Grundloses Glücklichsein, das sich aus dem Nichts einschleicht. Die B.Strasse hinunterblochen und laute Rockmusik hören. Laute Rockmusik sowieso. Und wo ich schon bei Musik bin: Triumphe mit der 1966-Live-Version von »Like A Rolling Stone» feiern. Sonnenschein. Den ersten Schmetterling des Frühlings sehen. Unerwartete E-Mails mit nettem Inhalt von lieben Menschen. Zum Briefkasten gehen und dort endlich das lang ersehnte Päckli mit der bei cede.ch bestellten Platte finden. Ein Kompliment erhalten. Überraschungen (positiver Art). Neue Musik, die mich umhaut, entdecken. Apfelstrudel essen mit dem Dude auf dem Spielplatz. Erfahren, dass ich das Praktikum bekomme und gleich darauf alle anrufen, die ich mir die Daumen gedrückt hatten (Danke nochmals!). Mitten im Gespräch realisieren, wie nahe einem der Gesprächspartner ist und wie gern man ihn hat. Die Avanti-Abstimmung gewinnen ;-). Sich verlieben. Morgens aufwachen und sich einfach gut fühlen (leider schon seit Jahren nicht mehr erlebt). Etwas so witzig finden, dass ich laut rauslachen muss, obwohl ich alleine bin. Eine Seminararbeit definitiv abschliessen. Das Gefühl haben, das Richtige zu tun.

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Nachtrag

"where is my mind?" übrigens ein sehr empfehlenswerter Track der Pixies, aka das Stück, das am Ende von Fight Club läuft, als alles zusammenstürzt.
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Where is my mind?

Dass ich vergesslich bin, ist ja nichts Neues. Ich vergesse Namen, die Einkäufe, Begebenheiten, und ganz besonders Filme. Von gewissen Movies weiss ich nicht einmal mehr, dass ich sie jemals gesehen habe (ich würde ja gerne Beispiele nennen, aber eben... - doch, “Murder by Numbers” habe ich angeblich mal gesehen, weiss aber weder wo, noch wann oder mit wem – könnte sich der oder die Betreffende bitte bei mir melden?). Ich vergesse, ob ich Dinge bereits erledigt habe, vergesse, die Hausschlüssel einzustecken, vergesse, was Leute mir erzählen, obwohl ich ihnen konzentriert zuhöre. Das kochende Wasser auf der Herdplatte vergesse ich ebenso wie mein Velo abzuschliessen oder die Mehrfahrtenkarte abzustempeln (davon kann mein Politikwissenschaftsstudienkollege ein Lied singen, nicht wahr?)

Aber nun hat meine Vergesslichkeit eine neue Stufe erreicht. Als überzeugte Helmträgerin ist es für mich (eigentlich) eine Selbstverständlichkeit, diesen aufzusetzen, bevor ich mit dem Velo losradle, sozusagen ein Naturgesetz, ohne kann ich mir das Fahrradfahren gar nicht vorstellen, so sehr habe ich mich daran gewöhnt. Nun, letztens vergass ich den Helm in der Wohnung (auch nicht das erste Mal übrigens), setzte mich dann allerdings ohne es zu bemerken aufs Rad und fuhr los. Bis mir aufging, dass ich quasi “nackt” fuhr, war ich schon beim Kreuzstutzkreisel angelangt und also eine beträchtliche Strecke ohne gefahren.

Und das war noch nicht einmal das schlimmste Vergesslichkeitserlebnis dieses Abends. Nachdem ich meinen Fehler bemerkt hatte, besuchte ich schnell meine Schwester, um ihren Helm auszuleihen. (Ich war etwas paranoid, funktionierten doch meine Bremsen nicht mehr einwandfrei.) Einige Stunden später brachte ich ihr den Helm wieder vorbei, quatschte noch ein wenig und ging dann zum Lift, welchen ich beinahe schon betreten hatte, als meine Schwester mir nachrannte. Sie lachte und ich bemerkte nach einigem Staunen auch, weshalb: den Helm hatte ich immer noch in der Hand, dafür stand meine Tasche bei ihr in der Wohnung...

Für Lacher sorgen solche Vorfälle zweifelsohne. Es stellt sich jedoch die Frage, wie besorgniserregend sie sind. Vielleicht war ich an jenem Tag einfach ein wenig gedankenverloren und deshalb eher unkonzentriert. Nur passieren mir solche Blackouts leider mehrmals wöchentlich und so meditativ bin ich nun auch wieder nicht unterwegs. Schon etwas unheimlich. Was, wenn ich vor lauter Schusseligkeit einmal etwas wirklich unglaublich wichtiges verpasse? (Man stelle sich vor, Jack Bauer verhängt in der fünften 24-Staffel sein Handy oder vergisst, wo er gerade hinfahren wollte – eine echte Katastrophe!) Und ganz abgesehen davon, ist es auch sehr unangenehm, wenn man Gesprächspartnerinnen mehrmals dasselbe fragt, weil man einfach nicht mehr genau weiss, wie das mit ihrem Job jetzt schon wieder läuft oder wo sie in den Ferien waren.

Ich bitte also um etwas Nachsicht für diese Schwäche meinerseits. Der Vorteil ist ja, dass so wenigstens der Gesprächsstoff nie ausgeht...

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hier wird sich noch einiges tun...

Ah! Ich habe einfach keine Zeit! Deshalb wird es wohl noch ein, zwei Tage dauern, bis ich mich voll und ganz um meinen Blog kümmern kann. Es kann also sein, dass hier dereinst nichts mehr so aussieht, wie es jetzt ist. Ich lerne ja noch.
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Zwischen - was?


Zwischenbericht -- Kolumnen aus dem Zwischenjahr


Was soll das eigentlich?
Ich lege bekanntlicherweise eine Art Zwischenjahr ein, arbeite aber nur Teilzeit und will die Zeit nicht halb genutzt verstreichen lassen. Neben weiteren 84 Ideen kam mir in den Sinn, Kolumnen zu verfassen, was einerseits meiner Schreibleidenschaft Rechnung trägt und andererseits meiner Erzählobsession. Aber was soll all das Geschreibse, wenn es niemand liest? (Dann wäre es ja auch gar keine Kommunikation, wie uns ein anonym bleiben wollender Soziologe lehrt.) Ziel wäre es also, mindestens ein Mal wöchentlich etwas zu posten. (aso nid wiä poschtä im Coop, sondern di nüdütsch Bedütig vo posten - phoustä, sozsägä)


Wen soll das interessieren?
Keine Ahnung, wen das interessiert... Aber wer mich kennt, wird hoffentlich mal ein Auge drauf werfen und einen Kommentar schreiben - worüber ich übrigens sehr dankbar wäre!


Warum machst du denn das?
Ich habe Lust und Zeit dazu - wer weiss, ob das je wieder der Fall sein wird. Ich hoffe vor allem auch auf Reaktionen auf die Kolumnen, Kommentare und Diskussionen. Aber der Blog dient nicht der Selbstdarstellung, sondern erzählt von Geschichten, die das Leben schrei(b)t und von Gedanken, die sich die Autorin so macht. Das Ganze ist zweifellos ideologisch angehaucht, auf jeden Fall mit einer Portion Ironie versetzt und auch Dylan wird ganz bestimmt nicht unerwähnt bleiben.
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